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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

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des Taufbeckens auf denselben Meister schließen. Hier haben wir es 
vielleicht mit einem eingewanderten deutschen Zinngießer zu tun oder er 
hat in Augsburg oder Nürnberg in Arbeit gestanden. 
Von kirchlichen Arbeiten wären noch die Prunk- und Altarleuchter 
und Zinnsärge (Abb. 3) zu nennen, welche meistens reichen plastischen 
Schmuck aufweisen. 
Besonders die Prunkleuchter in italienischer Renaissance und Barock- 
stil zeichnen sich durch ihre Formenreinheit aus. 
Die Ausführung dieser Arbeiten zeugt meistens von der größten Kunst- 
fertigkeit des Meisters, mitunter ist sie sehr mangelhaft. 
 
Abb. 6. Große Kanne und Meisterkannen der Bäckerzunft in Böhmisch-Leipa; Leipaer Arbeiten 
Die zwei Paare Prunkleuchter (Abb. 4 und 5) im westböhmischen 
Gewerbernuseum zu Pilsen geben uns ein klares Bild. Ein Paar ist hervor- 
ragend ausgeführt, während das zweite Paar dem ersten mangelhaft nach- 
gebildet ist. 
Leider sind diese Arbeiten zum größten Teile nicht gezeichnet, es läßt 
sich infolgedessen deren Herkunft nicht feststellen. 
Von weltlichen Gegenständen wäre die älteste erhaltene Arbeit, die 
Zunftkanne aus Schlan (1430, im städtischen Museum zu Prag) zu erwähnen. 
Auch deren Herkunft läßt sich nicht feststellen. 
Aus dem XVI. Jahrhundert und später sind die erhaltenen Arbeiten 
recht zahlreich. Neben den Kannen, Willkommhumpen, Krügen, Bechern 
und anderem mehr sind es hauptsächlich I-Iaushaltungsgegenstände. 
Während die Arbeiten zu kirchlichen Zwecken meistens reiche pla- 
stische Verzierung aufweisen, fehlt diese bei den weltlichen Arbeiten fast 
ganz. Die Körper der Kannen haben Walzenform, nach unten breiter
	        

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