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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

werdend, breiten Henkel, Deckel und Füße, 
welche noch plastischen Schmuck aufweisen. 
Sehr häufig Endet man als Fuß und Deckel- 
endigung den doppeltgeschwänzten Löwen. Der 
. Körper ist reich graviert, teilweise mit Schrift 
und Zunftzeichen oder Heiligentiguren, auch nur 
mit Ornamenten verziert. Fast alle erhaltenen 
Kannen haben eine mehr oder weniger plumpe 
Form. Eine Ausnahme bilden die in Eger und. 
Karlsbad angefertigten Kannen, welche schlanker 
sind und Nürnberger Einiiuß kennzeichnen. 
Die Abbildungen zeigen uns die in Böhmen 
gebräuchlichen Kannenforrnen: 
Große Kanne (1673), 59'5 Zentimeter hoch, 
und Meisterkannen (1727 und 1732) der Bäcker- 
zunft in Böhmisch-Leipa; Leipaer Arbeiten, 
daselbst im städtischen Museum (Abb. 6). 
Kanne (1592) der Schlosserzunft in Kal- 
sching; Budweiser Arbeit, daselbst im städtischen 
Abb. 7. Kanne der Kalschinger Museum  7)" 
Schlosserzunft, Budweise: Arbeit Kanne (1695); Budweiser Arbeit, daselbst im 
städtischen Museum (Abb. 8). 
Kanne (1740) der Schuhmacher in Egerj Schlaggenwalder Arbeit, im 
städtischen Museum zu Eger (Abb. gb). 
Kanne (1674) der Karlsbader Büchsenmacher; Karlsbader Arbeit, da- 
selbst im städtischen Museum (Abb. 10). 
Im XVIII. Jahrhundert tritt häufig an Stelle der Kanne der Deckelpokal. 
Pokal (1747) der Tuchmacherzunft in Eger; wahr- 
scheinlich Egerer Arbeit, daselbst im städtischen Museum 
(Abb. g c). 
Pokale (1764, 1744); Karlsbader Arbeit, daselbst im 
städtischen Museum (Abb. 11 und 12). 
Die sehr reich gravierten Patenschiisseln haben die 
gewöhnliche Tellerform, nur den Zinngießern von 
Böhmisch-Leipa, Eger, Pilsen und Prag scheinen Nürn- 
berger Formen als Vorbild gedient zu haben. Diese 
Schüsseln haben breite„ flache Fahne, mitunter ver- 
dickten Rand. Die Böhmisch-Leipaer Zunftteller weisen 
die glatte Form der Kurfürstenteller auf. 
Schüssel (1660) und Teller (1668); Prager und 
Pilsner Arbeit, im westböhmischen Gewerbemuseum zu 
Pilsen (Abb. 13 und 14). 
Die Getränkeflaschen (Schraubilaschen) zeigen 
 
 
, , , , , Abb. 8. Kanne 
meistens eine sechseckige Form, mitunter sehr reich (Budwgigq-Agbgig)
	        

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