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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

Die alpenländische Truhe mit hohem, gut profiliertem Sockel, welche mit bunten 
schablonierten Motiven bemalt ist, läßt sich ganz ähnlich auch in der obenerwähnten 
Tascbendorfer Kirche nachweisen; die Paramententruhe aus letzterer ist 152i datiert und 
man hat zu ihrem Schmuck dieselben Schablonen wie auf der Decke verwendet." 
Sehr wertvoll ist die Sammlung zu Kreutzenstein an den auch durch die Volkskunst 
lange bewahrten und eindrucksvollen gotischen Giebelschränkchen (Tafel x36 bis x40), 
denen _sich weitere Schrankformen, reichere mit über der ganzen Fläche laufenden Flach- 
schnitzereien und solche. bei denen nur Sockel, Gesims und Füllungen ausgestochen sind, 
bis zu den einfachsten Vorratsschränkchen, wie wir sie auch auf den Wohlgemuthschen 
Holzschnitten im „Schatzbehaltew finden, anschließen." 
Ein kostbarer, seltener Besitz sind die sechs gotischen Waschkästen, in den Alpen- 
ländern erworben und mit ausgestochenem Rankenwerk sowie mit zierlichen Eisen- 
beschlägen geziert, doch kommt diese Form- und Dekorierungsweise auch in Franken vor, 
denn ein Prachtstück dieser Art steht auf einem Flügelbild des Londoner Altars von Wohl- 
gemuth in der Münchner Pinakothekf"; auf polygonalem Unterbau (wie Tafel 150 links) 
erhebt sich der Aufsatz mit durchbrochener Maßwerkgalerie als oberem Abschluß. Der 
Waschbehälter von Zinn ist in Form eines Giebelhauses gebildet. 
Den Beschluß des Bandes machen die ebenso reichhaltig wie vielgestaltig vertretenen 
Formen der Truhenbänke, Stühle, Sesseln und Tische. Wir müssen noch einmal auf den 
bereits ausgesprochenen Wunsch zurückkommen und hoffen, daß recht bald weitere Bände 
folgen mögen, die in ähnlich vortreEflicher Weise das übrige Inventar der Kreutzensteiner 
Burg bekanntgeben, die Keramik, dann die Eisen-, Bronze- und Zinnarbeiten und haupt- 
sächlich die so wichtigen und gewählten Holzschnitzwerke der Gotik und Renaissance. 
Dr. Edmund Wilhelm Braun. 
KRIEGERGRÄBER IM FELDE UND DAHEIMÄ" Überall dort, wo man für 
eine würdige und künstlerische Gestaltung der Kriegergräber Sorge trug, hat sich das 
gleiche System von praktischen Maßnahmen hierfür ergeben. Im Felde zog man im 
Deutschen Reiche wie in Österreich Künstler und Kunstverständige zum Ortsaugenschein, 
zu Vorschlägen im einzelnen und zur Ausarbeitung von allgemeinen Leitsätzen für die 
künftige Arbeit heran und unterstellte diese schließlich der Begutachtung eines ständigen 
Beratungsausschusses für die Heeresverwaltung. Daheim kam man von planmäßigen 
Arbeiten und Wettbewerben einzelner Stellen und Kreise zu den Veröffentlichungen ihrer 
Ergebnisse, zu Ausstellungen des sich häufenden Stoffes, zur Schaffung von Beratungsstellen 
mit staatlicher Ermächtigung. Als nächste Schritte ergeben sich die Auswahlveröffent- 
lichung aus gesammelten Ergebnissen und Erfahrungen - hierher gehört das in Rede 
stehende Werk -, ferner die ständigen, engeren Auswahlausstellungen bei den Beratungs- 
stellen, schließlich die fortlaufende Beeinflussung durch Bekanntmachung des jeweils 
Wesentlichen durch ständige, regelmäßige Veröifentlichung, wie sie durch den Bund 
deutscher Gelehrter und Künstler im Verein mit dem deutschen Bund „Heimatschutz" 
und im Einvernehmen mit den staatlichen Beratungsstellen als Monatschrift „Krieger- 
ehrungen" geplant ist. 
Das vorliegende Werk ist im wesentlichen eine Auswahl aus der Ausstellung „Krieger- 
grab und Kriegerdenkmal", die von der Städtischen Kunsthalle in Mannheim als Wander- 
ausstellung durch Deutschland gesendet und vom Verein für Denkmalpflege und Heimat- 
schutz in Niederösterreich mit wichtigen Ergänzungen im Osterreichischen Museum 
für Kunst und Industrie um die verüossene jahreswende vorgeführt wurde. Vor allem 
' Abgebildet: „Kunst und Kunsthandwerk", rgro, Seite 54. 
"f Ein besonders lehrreiches Schränkchen dieser Art ist uns in der rätselhaften Zeichnung Dürers im 
Museum zu Rennes erhalten (abgebildet in den Publikationen der Dilrer-Society und bei Ephrussi, Dürer et 
aea dessins, Tafel zu Seite 228). 
"f Abgebildet: Thode, „Die Nürnberger Malerschule". Tafel r6, Seite x08. 
1' Herausgegeben im Einvernehmen mit der Heeresverwaltung 1917. München. F. Bruclrmann A. G.
	        

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