Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

darauf schließen, daß man auf die Übernahme des Unternehmens durch

den Staat hinarbeitete. Tatsächlich erfolgte die Übernahme durch ein Dekret

der Kaiserin-Königin Maria Theresia, gegeben zu Wien am 9. November

1754, gerichtet „an den Ober Ennserischen Repraesentations-Praesidenten

Grafen v. Andlerüf

Das Dekret lautet:

„Maria Theresia.

Gleichwie Wir nicht mißkennen, was an aufrechterhalt- und weiterer

Fortplianzung der Wollenen Zeug-Fabrique zu Lintz Unserem Dienst und

sonderlich dem Nahrungs-Stand in Oesterreich ob der Enns gelegen seye;

also haben Wir entschlossen, diese wichtige Fabrique mittels einer Behandlung,

 so Wir mit denen Interessenten der roofachen Loterie durch Unsere

Ministerial-Banco-Deputation haben treffen lassen, Vollends zu übernehmen,

diese Fabrique dem Banco pro hypotheca seiner ausgelegten Capitalien

übergeben, und unter Direction unseres Commercien-Raths Franz Paul Von

Stegner mit geflissenstem eyfer fernerweit fortführen zu lassen.

Wir befehlen dir demnach, daß du Vorgedachtem Von Uns allergnädigst

emennten DirectoremVon Stegner bey der fabrique behörig Vorstellen sollest,

und sezen anbey in deine bekannte Activiiaet und Dienst -gefließenheit das

besondere allergnädigste Vertrauen, du werdest Ihme Von Stegner in allen

Vorfällen die willfährige Hand Biethen, die Fabrique-Gerechtsamen mit

nachdruck unterstüzen, und was immer zum Aufnahm derselben gereichen

mag, mit diesem gutachtlichen Vorschlag von Zeit zu Zeit an Unseren

Ministerial-Banco-Deputations-Praesidenten gelangen lassen."

Gleichzeitig wurde der in dem Dekret genannte Stegner, der bereits

seit m. April 1753 mit dem Charakter und der Würde eines k. k. Kommerzienrates

 ausgezeichnet war, zum „würcklichen Commercien Rath mit

Repraesentations-Raths-Rang"' befördert." .

Die Wollenzeugfabrik kam dann „ultima Augusti 1754 . . . an das

Allerhöchste Aerarium".""'"':

Die Hauptverschleißstelle der Linzer Waren befand sich übrigens in

Wien, wo auch die „Haupt-Niederlags oder Directions-Cassa" war, und der

Direktor - wir wissen nicht genau, ob von Anfang an - seine Amtswohnung

 hatte. Wien hatte eben nicht nur den größten örtlichen Markt, sondern

 war auch der Ausgangspunkt für den weiteren Handel nach dem Osten,

dem Nord- und Südosten. Und wir werden immer wieder sehen, daß Ungarn

' Archiv des k. u. k. Gemeinsamen Finanzministeriums. Niederösterreich, Aktenfaszikel Nr. 8B

(Akt Nr. 33).

"u Ebenda Akt Nr. 34. Er erhielt einen jährlichen Gehalt von 3000 H. und Ersatz der Reisekosten. Die

„Insrruction oder Ordnung" fir den Direktor vom zg. November 1754 findet sich unter Nr. x24 vom Februar 1772.

Später finden wir Stegner als Hofrat.

Im Jahre x77: hebt er in seinem Entlassungsgesuche (Nr. x24 vom Februar 1772) hervor, er habe sich

„angelegen sein lassen die von der orientalischen Kompagnie an . . . [das Ärar] gestellte Forderung per

2,25o.ooo B. dergestalt mit der besagten Kompagnie und ihren Gläubigern auszugleichen, daß erste mit bloßer

Befriedigung der letztem durch 30. pr Cento von ihren Kapitalien sich begnliget . . ."

"t Entwurf des erneuten Privilegiums in Nr. 94 vom April x775.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.