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Fabrik seye ein neues Werk, welches hauptsächlich in Ansehung der kost-
baren Gebäude bereits 29.125 H. gekostet, und wenn es vollkommen zu
Stande gebracht werden sollte, noch mal so viel, wo nicht mehr kosten
werde, besonders wenn dem gemachten Anfang nach alle Werk- und
Webestühle in dem Fabriks-Gebäude sich befinden sollen."
Und da die Linzer Fabrik selbst inzwischen vergrößert worden
und auch der Verkehr auf der Donau leicht sei, „so seye ersagte Meid-
linger Fabrik umso unnötiger und überflüssiger, als die Arbeiter bey der
Linzer Fabrik zum öffteren nicht mit genugsamer Arbeit verleget werden
können"."' '
Nicht vorteilhaft für die Linzer Fabrik war es auch, daß der Direktor
zwei andere Unternehmungen, nämlich die Berchtholdsgadner Holzwaren-
fabrik" und die Nadelburger Messingwarenfabrik, zu leiten hatte. Es wurden
dadurch nicht nur seine Kräfte zersplittert, sondern der Direktor auch mehr
von Linz abgehalten, als es für die sorgfältige Überwachung der dortigen
Fabrik von Vorteil gewesen wäre. Man sah sich daher gezwungen, in Linz
einen eigenen Inspektor zu bestellen. Aber auch unmittelbar zehrten die
Nebenfabriken an dem Hauptunternehmen; so heißt es in dem soeben an-
geführten Berichte Puchbergers, daß die Nebenfabriken es sind, „welche
die Fabrik am meisten beschwehren" und „hauptsächlich zur beträchtlichen
Vermehrung der Passiv-Capitalien Anlaß gegeben" haben.""'
Über die I-Iauptuntemehrnung selbst empfangen wir in den ersten
Jahren nach der Verstaatlichung aber nur günstige Nachrichten. Auch
erkennen wir den Anteil, den die höchsten Stellen des Staates an dem
Fortgange des ganzen Gewerbszweiges nahmen. Wichtig ist hier unter
anderm ein I-Iandbillett der Kaiserin Maria Theresia aus dem Jahre 1762,?
worin der Auftrag gegeben wird, festzustellen, „was für ein quantum an
derley Waaren jährlich in Meinen deutschen, und hungarischen Erblanden
consumiret, und was daran in denen allerseitigen Fabriquen erzeugt wird".
Zugleich wird die Förderung des Anbaues von Farbstoffpfianzen, besonders
„Röthe, Wayd, und Wau" gefordert-H
Aus dem Berichte des Hofbuchhalters Samuel AndreaeT-H- erfahren wir
dann, daß die Fabrikserzeugnisse in den 12 Monaten von Mitte des Jahres
1760 bis Mitte des Jahres 1761 um fast 171.000 H. mehr Absatz gefunden
hätten als in den vorhergehenden 12 Monaten, und zwar insgesamt nach
Wien, Linz, Graz, Krems, Brünn und Prag für mehr als 571.000 fl., wovon
' Es wird hier nebenbei auch 'auf den Mißerfolg der im Jahre 1755 zu Ybbs angelegten Nehenfabrik
hingewiesen. die nach zwei Jahren mit großem Schaden wieder habe aufgegeben werden müsggfL
i" „Berchtholdsgadner Waaren" nach dem ursprünglichen Hauptsitz: der Erzeugung (heute Berchtes-
gaden) genannt.
'" Die Holzwarenfabrik hätte vom Jahre 1761 bis 1766 einen Verlust von fast 17.000 8., allein im
Jahre 1767 dann fast 5700 fi. gehabt. Es könnte hier nur ein gänzliche: Verbot der Einfuhr ausländischer
Holzwaren helfen. Die Niederlagsräurne befanden sich im selben Gebäude wie die der Linzer Fabrik, siehe
besonders Nr. go vom Jänner 1772.
1' Ebenda, bezeichnet „accepi 24m1 Januarij 1752".
H" "Röthe, Wayd" und auch Krapp waren dar-nach in Mähren tatsächlich schon eingeführt.
"H1 An die k. k. Kornmerzien-Hofbuchhalterei.