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MAK

Full text : Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

Wollenzeugfabrik nicht in landesfürstlichen Händen, sondern an

mehrere Privatpartheyen vertheilt, und ganz der Privatindustrie

(zu) überlassen wäre".'

Sehr rasch, anscheinend auf bloße Gerüchte von dieser Absicht hin,

erfolgten zwei Kaufangebote, darunter eines von „Ungenannten Proponenten",

 das der Hofkanzler Rothenhan aber als „zudringlich" und „verdächtig"

bezeichnet."

Und die Hofkanzlei meint, es mögen manche Gebrechen in der Fabrik

vorhanden sein, aber gar so mangelhaft sei die „Fabrication" und „Regie"

nicht, habe man doch immer noch einen „beträchtlichen Überschuß". Auch

würden die Erwerbsverhältnisse durch die gewaltsame Veränderung in Oberösterreich

 und Böhmen sehr erschüttert. Hauptursache des Übels sei übrigens

die Verminderung des Absatzes oder vielmehr des Gebrauches der Ware.

Tuch und Baumwolle hätten die (bisher erzeugten) Wollstoffe aus der

Mode gebracht. Wenn man der Linzer Direktion erlaubt hätte, „dieser

Richtung des Handels zu folgen und Tuchstühle für leichte Tücher anzulegen,

 so hätte man nach und nach wieder au Courant kommen, und vielleicht

große Geschäfte in die Türkey machen können: dies ist aber nicht gestattet

worden, obwohl schon für 140.000 H. Wolle eingekauft und Arbeiter aufgenommen

 warenfhp" Izt, da die Direcfion durch allerley Widersprüche, und

die Gefahr einer nahen Auflösung schüchtern gemacht ist, kommen Anträge

zum Vorschein, diese ungeheure Unternehmung (deren Gebäude allein

einen Werth von einer Million haben), in Privathände zu übernehmenßr

b) Wenn die Fabrik: ferner ärarialisch verwaltet werden solle, so sei sie „bloß als Privatunternehmen zu

behandeln" und es sei „nach ächten Commerzialbegriffen" vorzugehen. So sollten auch ausländische Garne verarbeitet

 werden, wogegen bisher eine Allerhöchste Vorschrift vom 1G. November 1787 bestünde; es wäre die

freie Entlassung der Arbeiter und so weiter nötig.

jedoch solle der Wiener „Raitrath" als „Konttolleur" bleiben, ebenso als eine „Art Mitdirektion und

Mitlirma".

[Gegen diesen zweiten Vorschlag ist die berichterstattende Behörde im allgemeinen nicht.]

' Vgl. „Äußerung der Staatshauptbuchhaltung in Cameralibus germauicis", Wien, den 17. Jänner

1795 (zu 40 vom April 1796). Wegen der vom Kaiser gerügten Verzögerung der Untersuchung siehe Nr. 4281

zu Nr. 244 vom Februar 1795 und 323 zu Nr. 244 vom Februar 1795 (Krankheit des Referenten und Sorgenthals

sowie anderes als Grund angegeben).

i" Zu Nr. 291 vom Februar 1795: Das Majestätsgesuch der „ungenannten Proponenten" Wien, den

zz. November 1794 (zu Nr. 40 vorn April 1795).

Vgl. das Gesuch eines gewissen Philipp Catlich vom 3. November 1794 (zu Nr. 291 vom Februar 1795)

und dazu Protokollsauszug der k. k. Obersten Staatskontrolle vorn 29. November 1794 (zu Nr. 291 vom

Februar 1795).

3"" Die Eingabe Sorgenthals an das k. k. l-lauptdirektorium und die Ablehnung des Kaisers unter Nr. 411

vom juli 1794; vgl. "Zur Rathssitzung" vom 12. September 1794 (zu Nr. 193 vom September 1794) und die

"Äußerung der k. k. Staatshauptbuchhaltung" zu Nr. 16 vom Februar 1794. - Bei dem Levantehandel dachte

man an den Ersatz der bis dahin aus „Frankreich und Verviers" bezogenen Tücher, da der französische Handel

nach der Levante gesunken und auch der niederländische erschwert sei. - In Nr. 411 vom Juli 1794 (auch

Nr. 16 vom Februar 1794) unter anderm über die bereits bestehenden Tuchfabriken in Böhmen.

1' Es heißt weiter, der anonyme Antrag sei wohl nur eine Spekulation, um das Unternehmen billig zu

erhalten und dann „die Gebäude zu anderem Gebrauche zu benutzen (wie es meistens mit denen unter dem Vorwand

 der fabriquen erkauften Religions-Fondsgebäuden geschehen ist) und die Fabrikazion. die itzt so große

Summen in das Publicum bringt, bloß nach der Carwenienz eines leichteren und höheren reinen Gewinnes einzuschränken

 . . ."

Es wird dann weiter über die nötige Pensionierung der Beamten und anderes gesprochen und der Vorschlag

 gemacht, wegen der Übergabe allenfalls an Männer heranzutreten, die sich im Auslande schon bewährt
            
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