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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

Das erhaltene Privilegium vorn n. März des Jahres 1672 erteilt nun 
die hier erbetenen Rechte. 
Wir bemerken hiezu, daß „Cadis" ein geköperter dicker Wollenstoff 
war, der ähnlich wie Tuch zugerichtet und besonders für Winterkleidungen 
verwendet wurde; durch die Verbreitung der eigentlichen Tuchsorten 
wurde er später ganz verdrängt." Es handelte sich also offenbar von vorn- 
herein um die Erzeugung billiger Massenware, deren Herstellung volkswirt- 
schaftlich aber von großer Bedeutung war. 
 
Abb. z. Lage der Linzer Wollmzeugfabrik (rechts unterhalb der Insel), Plan aus der Zeit von x84: bis 1848 "K 
Auf dieser Grundlage, nämlich der Erzeugung billiger Massenware aus 
Wolle, wurde das Unternehmen dann durch mehr als ein Jahrhundert aus- 
schließlich fortgeführt; so heißt es noch in einem Gutachten der k. k. Staats- 
hauptbuchhaltung in Cameralibus germanicis aus dem Jahre 1794i" daß in 
der Fabrik „nichts als die Kleidungsstoffe für die ärmsten und zahlreichesten 
Unterthanen erzeuget werden". Die Grundlage blieb; die äußeren Verhält- 
nisse wechselten aber vielfach. 
"' Vgl. Keeß „Darstellung des Fabriks- und Gewerhewesens . . .", II, Seite 257. Nach Savary "Diction- 
naire de Cummerce", Kopenhagen, 1765, war Cadis ein billiger Stoff, der zum Beispiel in Lyon in ungeheurer 
Menge für Möbel erzeugt und nach Paris versendet wurde. 
" Bestimmung der Emstehnngszeit des Planes durch Herrn Museumsdirelnor Dr. H. Uhell in Linz. 
v" Zu Nr. 4a vom April 1795.
	        
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