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MAK

Full text : Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

JSJ

Versuch einer neuen Zuteilung bestritten. Solange kein Doppelgänger dieses

nicht unoriginellen, aber künstlerisch wenig hervorragenden Meisters nachgewiesen

 ist, scheint uns kein stichhältiger Grund vorzuliegen, das Gemälde

Marziale abzuschreiben. Stehen doch die Gesichtstypen, die Bildung der

Hände und der Faltenstil der Tafel den gesicherten Jugendwerken des

Künstlers ganz nahe.

In die ersten Jahrzehnte des XVII. Jahrhunderts führt uns ein

Gemälde des zumeist in Venedig tätigen Holländers Jan Lys. Es ist die

Komposition einer Judith, mit einem großen Schwung, der durch die Hauptfigur

 hindurchgeht, mit einer prachtvollen Entblößung des wundervoll durchmodellierten

 Rückens, in venezianischem Kolorit und einer gleichfalls ganz

venezianischen Auffassung des Themas. Das Budapester Bild, das demnächst

von dem Direktor der Gemäldegalerie alter Meister Gabriel von Terey

publiziert werden soll, wurde im XVIII. Jahrhundert von dem venezianischen

 Stecher Pietro Monaco gestochen. Eine gleichfalls eigenhändige,

aber allem Anschein nach schwächere Wiederholung im Münchner Privatbesitz

 hat Oldenbourg besprochen?

DieNeuerwerbungenvonWerken

alterMeister beschließen zwei Gemälde

Alessandro Magnascos. Das Mahl der

Mönche ist eine häufig vorkommende

Komposition des Genuesen. Eine fast

gleiche Wiederholung des von Herrn

von Nemes gewidmeten Budapester

Hochbildesw war 1914 auf der Magnasco-Ausstellung

 bei Cassirer in

Berlin zu sehenfpk" ein größeres Gemälde

 in Breitformat und ohne die mit

Ausblicken auf den blauen Himmel

versehene Grotte hängt im Wiener

Hofmuseum.WährendaufdemWiener

Gemälde ein schweres sattes Braun

vorherrscht, ist das Budapester Bild

in hellen grauen Tönen gehalten. Das

andere Bild des Künstlers ist eine

flüchtig hingeworfene Landschaft,

bei der der preziös dekorative Aufbau

 und die leichte Pinselführung eine

ganz moderne Wirkung ausüben.

" „Jahrbuch der Königlich preußischen Kunstsammlungen",

 XXXV (1914), Abb. 7.

i" Abgebildet in der ungarischen Zeitschrift

„Müveszew, 1gx5, Seite 377.

"(ä Abgebildet als Nr. 39 in Geigers Katalog der

Auggggllung, Werkstatt des Andrea Verrocchia, Puno mit Delphin
            
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