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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

der Vorderansicht durch die graziöse Erhebung des rechten Knies unterbrochen,

 welche durch die Krümmung des Beines hervorgerufen wird.

Prachtvoll modelliert ist der kräftige Rücken der Gestalt (Abb. 3) und zahlreiche

 feine Einzelbeobachtungen erfreuen uns an den schönen, sorglos

und behaglich vegetierenden Kinderliguren. Das Ganze ist eine sehr ansprechende

 und frische Arbeit nach dem lebenden Modell, die ursprünglich

in Wachs ausgeführt und in der verlorenen Form in Bronze gegossen

wurde, sie ist unziseliert und trägt eine warme braune Lackpatina. Ihre

Entstehung ist in das dritte Viertel des XVI. Jahrhunderts zu setzen. Ein

weiteres Exemplar der Figur besitzt Herr C. von Hollitscher in Berlin und

eine weniger feine Variante derselben mit zwei spielenden

Kindern hinter dem ausgestreckten linken Beine das

Museum zu Oxford." Bode hat auch den Weg gezeigt,

auf dem man zu einer Bestimmung des Meisters

unserer Figur gelangen

kann. Er verweist nämlich

 auf die zwei gelagerten

 weiblichen

Tugenden, die

„GerechtigkeiW





















Abb. 3. Bronzeslatuette der Caritas von Guglielmo della Porta (Galerie des Grafen Nosxitz in Prag)

und die „Klugheit", zu Füßen des Grabdenkmals des Papstes Paul III.

(Farnese) in den Katakomben der Peterskirche zu Rom." Die „Gerechtigkeit",

 eine jugendliche Frau mit stolzem, feinem Kopfe, für die angeblich die

schöne Giulia Famese, Pauls III. Schwester, die mit einem Orsini vermählt

war, das Modell gewesen sein soll, kommt hier zunächst in Betracht, obwohl

sie Oberkörper und die Oberschenkel bekleidet hat; aber auch die andere

Tugendiigur, die „K1ugheit", die als ältere, strenge, hagere Frau mit nacktem

Oberkörper gebildet ist, bietet eine Reihe von Übereinstimmungen, die sich

auf die Bewegtheit des Körpers, die Haltung und Stellung der Arme, Beine

und des Kopfes erstrecken, so daß der Schluß Bodes auf die Urheberschaft

durch den Meister des Paul-Grabmals, Guglielmo della Porta, sehr viel

Wahrscheinlichkeit für sich hat. jedenfalls geht der Stil und das künst-"

 Bode, „Die italienischen Bronzestamenen der Renaissance", II, Seite 17, Tafel CXXXVI.

. "i Abbildung nach der Photographie von Alinari bei M. Reyrnond, „La sculpture liorentine XVI. siecle",

Seite x38, und bei A. E. Brinckmann, „Barockskulpturß Seite 80.
            
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