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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

ähnlich behandelt. Durch diese Veränderungen ist nun aber die Handlung

deutlicher geworden, indem die Aufmerksamkeit sofort auf die Hauptpersonen,

 Christus und Lazarus, hingelenkt wird. Die störende Isokephalie

ist verschwunden; die Linie hebt und senkt sich jetzt über den Köpfen der

vorderen Figuren in gleichmäßiger Wellenbewegung. Durch das Höherstellen

 der Hintergrundfiguren und die Beschränkung auf zwei Felskulissen

erhalten die Hauptpersonen mehr Bewegungsfreiheit. So muß das Meermann-Epitaph

 als die fortgeschrittenere Lösung derselben Aufgabe angesprochen

werden. Es ist das Werk eines reiferen Künstlers, eine Feststellung, die

mit den Entstehungszeiten der Reliefs übereinstimmt; denn Dr. Meermann

ist 1612 gestorben. Sein Grabmal dürfte also erheblich später als die Reliefs

für das Wilhelmsgrab entstanden sein. Der aus Köln stammende herzogliche

Leibarztt scheint übrigens ein besonderer Kenner und Verehrer der Kunst

des holländischen Bildhauers gewesen zu sein. Wir finden ihn 1597 in der

Kommission, die die fertigen

Bronzen der Michaelskirche

abschätzen soll," und weiter

erscheint sein Name auf

einem von Johann Sadeler

ihm gewidmeten Stich, der

eine Pietägruppe Gerhards

wiedergibt. Diese Beziehungen

 sprechen für die Richtigkeit

 der alten Tradition, nach

der er sein Grabmal durch

Gerhard anfertigen ließ.

Jener Sadelersche Stichwk

(Abb. I6) führte mich auf die

" Über Meermann siehe die „Allgemeine

 Deutsche Biographie", Band 2x,

und ,,A1tbayrisehe-Monatsschrift", III.

i" Trautmann, „Monatsschrift des

historischen Vereins von Oberbayern", V,

Seite x18.

"H" Folie. Die Unterschrift lautet:

„Hanc irnaginem sereniss[imi] Bavariae

uducis statuari[us] Huberqus] Gerard[us]

sculptarn clariss[imo] excellentissimoque

viro ac d[omino] Thomae Mermanno pracfati

 principis a consil[iariis] et medic[is]

dono d[at] - Joann Sadeler scalp[sit]

excud[it] Monachii." - Eine Kopie im

Gegensinne („Hubert Gerard Inve[ntor]")

ist 1604 datiert. Der Stich dürfte zwischen '

r584, in welchem Jahre Meermann den

Ratstitel erhielt, und 1586 entstanden sein,

da er noch nicht den ihm in letzterem

Jahre von Kaiser Rudolf II. verliehenen

Adelstitel von Schönberg führt; spätestens Abb. 2x. Hubert Gerhard, Der Apostel johannes in der Michaels-1595

 übersiedelte Sadeler nach Venedig. kirche zu München
            
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