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Full text: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

kirche bis zu dem Eber- 
mayerschen Musterka- 
talog vom Anfang des 
XIX. Jahrhunderts (wo 
der Ausdruck Lampe 
dafür gebraucht wird) 
im wesentlichen unver- 
ändert in der Gestalt, 
die ein Exemplar der 
„patriotischen Kriegs- 
metallsammlung" (von 
Walchers Katalog, Tafel XXVII, Nr. 1893, dazu Tafel III,Nr. 31) repräsentiert. 
Es ist vielmehr anzunehmen, daß bei den engen Handelsbeziehungen, die 
zwischen der Pegnitz und den Lagunen auf anderen Gebieten nachgewiesen 
sind - Roth nennt ausdrücklich Italien als Absatzgebiet des Nürnberger 
Rotschmiedhandwerks -, in Nürnberg Messinglampen von einer dem 
sogenannten venezianischen Modell (von Benesch, Tafel 46) ähnlichen Form 
hergestellt wurden. Eine Notiz in den Akten hat in diesem Zusammenhang 
Interesse: „1720 sein wir 4 leichtermacher Friedrich Röschel, Hans Wind- 
häsel, Andreas Michel, Mateus Bleul mit den Albrecht Bergner vor der Rug 
gewesen von wegen der welschen Lampen mit dem hochen Spitzen daß er 
hat nach gemacht so ist ihm von dem Ruchs ambt auferlegt worden sich 
nicht da geringste nach zu machen und wann wir waß Sehen darvon solches 
gleich weg zu nehmen und darbei gesprochen worden er soll sich an der 
rißmachen, daß unser nicht gleich sein darbei ist wieder ein Handwerck 
gemacht worden hat wider den riß aufgewisen wie vor ihm wider von den 
alten Meistern abgesprochen worden. Er soll es unser nich gleich machen 
dar bey soll auch bleiben dann solche 
Meister verderben daß I-Iandtwerk." 
Bald danach erhebt sich ein ähn- 
licher Streit um ein'Modell von „pol- 
mischen" Lampen, worunter vielleicht 
die Judenlampen zu verstehen sind, 
die xoo Jahre später auch unter den 
Meisterstücken erscheinen. „Anno 
1722 den 23. Martii hat Meister Paulus 
Niedel seine Forrnzeuch als polnische 
lämplein viererley gattung welche er 
von holz hat drehen lassen und den 
M. GeorgAndreas Michel seinen gleich 
gewesen. Seinen Formzeuch gleich 
nachgemacht. Gegossen und auff der 
Mühl bey M. Sebastian Otten ab trehen 
lassen, welche man erfahren und vor 
 
Abb. 5x. Wäxmpfanne von Hans Windhäsel (Germaniscbes Museum) 
 
Abb. 52. Schild vom Epitaph des Rotschmiedes 
Nikolaus Haubentbaler, 1607
	        

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