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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)


schon längst nicht mehr modern. In der gleichen Erbschaftsmasse,

in der jenes erscheint, ist (und zwar vorher, weil höher geschätzt)

ein anderes aufgeführt, das mit zwölf Messingarmen ausgestattet

war. Schon Hans Imhof, der Stifter des Sakrarnentshauses

(gestorben 1499) besaß „ain kurn mit messin leuchtern". Ein

anderer Nürnberger Patrizier, Michel Beheim, ließ sich im Jahre

1494 von dem Rotschmied Amman, wohl demselben, dessen

bedeutende Werkstatt wir kennen, sieben Leuchter an ein

„gehurn" machen." Der Hirschkopf mit vier schlanken S-Förmigen

Messingarmen, der im Flötner-Saal des Tucher-Landhauses in der

Hirschelgasse hängt, dürfte, nach dem Wappenschild zu urteilen,

erst um xöoo entstanden sein, wie die gleichartigen Stierköpfe

in Herford und Berlin." Damals befand sich auch in der Paum-Abb.

 71. gärtnerschen Familien": ein „schön großes Hirschgeweihe, mit

(sfgäjäng dem Paumgärtner quardirten Wappen prauniert und vergult mit

wanmg) sechs messenen Armen und einem geschnittenen Hirschenkopf".

I5 5 5 bestellte sich Paulus Behaim „4 messene leuchter" für das

ihm von seiner Schwester geschenkte väterliche Erbstück eines „henkeden

leuchters, darauf ein schlos auf ein vels stet". Es war dieses Gehörn nicht das

einzige in seiner Art. Ein zweiter „hangeter leichter, darauf ein geschnitzt

schloß", mit sechs Messingarmen, hing im Jahre 1570 im Scheurlschen

Hauserf Vielleicht ist das Fragment des bayrischen NationalrnuseumsT-l- _

daran die Wappen von Nürnberg - mit einem der beiden identisch; es ist

noch gotisch und das war wohl auch bei dem Behaimschen Exemplar der

Fall. Behaim wendete etwas auf für „malen, ausstreichen und verneuen" des

alten Leuchters, der ihm aber auch dann nicht recht gefiel, weshalb er

bereits ein Jahr später ein Gehörn mit dem Renaissancemotiv einer Lucretia

anschaffte, wie ein solches im Rathaus zu Sterzing erhalten und in dieser

Zeitschrift im Jahre 1915 von Ph. M. I-Ialm veröffentlicht worden ist.

Der Typus des Meerweibchenlüsters, den Dürer 1513 für Willibald

Pirkheymer geschaffen hatte Hi _man hat auf die Parallele der Kerzenträgerinnen

 des Sebaldus-Grabes hingewiesen - kehrt mit Messingfassung" in

einem Nürnberger Patrizierhaushalt vom Anfang des XVII. Jahrhunderts

wieder: „r messener Henngleuchter von Dam Hirschengeweyhe, mit 4 mes-"'

 Vgl. den Eintrag in sein Haushaltungsbuch: „Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt

Nürnberg", VI, Seite 73.

"u Das ergänzte Berliner Exemplar ist abgebildet im XXX. Vorbilderheft des Berliner Kunstgewerbemuseums

 (Tafel 13), dort als Kronleuchter einer Schlächterinnung (?) bezeichnet.

4"" Inventar des Nikolaus Hieronymus Paumgiirtner im Imhofschen Familienarchiv.

1' Inventar der Sabina Christoph Scheurlin im Germanischen Museum.

H- Abbildung bei Alwin Schultz, „Deutsches Leben im XIV. und XV. Jahrhundert", Fig. x rg.

Hi" Vgl. Bergau in „Kunst und Gewerbe", 1872, und danach Brüning im „Kunstgewerbeblarw, N. F. IX

(xBg8), Seite x13, wozu nur noch nachzutragen ist, daß sich in Pirkheymers Nnchlaß tatsächlich „drey schene

eingefaste gehurn mit Pirkheymer Wappen (und ab der yedem ain rasen)" vorfanden, außerdem „a5 hirschen

gehum so im hoH am gang herumgehangen". (Inventar von 1531 im von lmhoischen Familienarchiv.) Ein

(unveröffentlichter) Entwurf aus der Dürer-Zeit befindet sich noch im Stadtarchiv in Nürnberg.

" Bergau, a. a. Q., erwähnt einen solchen Sirenenleuchter mit Messingarmen im Schloss: Rosenberg in

Böhmen (Photogramm von A. Groll in Wien).
            
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