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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

_...,

seiner Kunst vorgelegt worden sind?" Allerdings hören wir, daß die österreichische

 Regierung später den zeichnerischen Nachlaß Giacomo Quarenghis

(la raccolta dei suoi disegni) angekauft und, dem Drängen Leopold Cicognaras

 entsprechend, der Venezianischen Akademie geschenkt habef" es ist

aber kaum anzunehmen, daß gerade die oben genannten Blätter damals im

Besitze des Hofes zurückgeblieben seien, vorausgesetzt daß sie damals

überhaupt eine Zeitlang in Wien waren und die ganze Angelegenheit nicht

innerhalb des damals österreichischen Italiens abgemacht wurdefkm"

Dandolo sagt, daß Quarenghi, seitdem er dem Rufe Katharinas nach

Rußland gefolgt war, nur zweimal, und zwar beide Male nur auf kurze Zeit,

nach Italien zurückgekehrt wäre. Quarenghis Sohn drückt das weniger

entschieden aus;1' "deutlich sagt er jedoch, daß sich sein Vater auf der Rückreise

 von seinem letzten Besuche Italiens in Wien aufhielt und hier von der

Erzherzogin Beatrix aufgefordert wurde, den Saal für ihren, eben im Umbau

 begriffenen, Palast zu entwerfen.

Bemerkenswert ist noch, daß sich unter den Zeichnungen Quarenghis

im I-Iofbesitze auch eine vorlindet, die mit dem Äußern des heutigen

Modena-Palastes. in der ganzen Auffassung die größte Ähnlichkeit hat; wir

meinen ein Blatt, das völlig dem hier als Abbildung 8 wiedergegebenen

Stich aus dem Werke des jüngeren Quarenghi entspricht. Die Zeichnung,

die mit der Feder und in der erwähnten, stark schillernden (darum zur

Wiedergabe nicht recht geeigneten), Weise ausgeführt ist, trägt die Unter-i

schriften Fagade du Theatre de L'Hermitage sur Le Quai und Architecture

de jacques QuarenghLT-k

Wenn wir diese Darstellung mit unserer Abbildung 2 vergleichen, so

werden wir erkennen, daß die Hauptgliederung dieselbe ist: ein langgestreckter

 Mittelbau mit durchgehender Ordnung in dem I-Iaupt- und

dem darüberliegenden Halbgeschosse, ein strengerer Unterbau, zwei seitlich

liegende Tore, außen zwei glatter gehaltene, abschließende Risalite; das

Ganze unter einem einheitlichen, wenig gegliederten, Hauptsimse. Sogar

die Umfassung der Fenster im Hauptgeschosse stimmt aufs genaueste;

ebenso ist ein durchgehendes Mäanderband beidemal zur Anwendung gelangt.

 Daß aber das eine Mal Halbsäulen, das andere Mal Pilaster verwendet

sind, kann wohl nur als ein geringfügiger Unterschied angesehen werden,

der sich durch die verschiedene Aufgabe von selbst ergeben hat. Und daß

das Untergeschoß in Wien viel niedriger ist, die Risalite hier zwei Fensteröflnungen

 nebeneinander haben und, im Zusammenhange damit, sonst

' Die drei Zeichnungen Storoüs in derselben Mappe mögen wohl auch durch Quarenghi hierhergelzngt

sein; vielleicht standen beide Künstler auch in einem näheren Verhältnis zueinander. jedenfalls gehören Storoffs

Arbeiten in dieselbe Richtung wie die Quarenghis.

""' Dandolo, a. a. 0., dar-nach wohl Wurzbach.

'" Unter den heutigen Verhältnissen konnte man über den venezianischen Besitz natürlich keine Aufklärung

 erlangen.

1' Seite B, wo von einer zweifachen Reise die Rede ist, muß sich das nicht auf die Heimreisen von

Rußland beziehen. V

11' K. k. Farnilienl-ideikornmißbibliothek, K. 281, Nr. 1739 a.
            
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