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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

Hiermit sollen die Mitteilungen über die Grazer Goldschmiede geschlossen

 werden. Bei gebührender Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse

 sehen wir, daß dieses Handwerk in Graz eine ziemlich große

Anzahl tüchtiger Meister geliefert hat, die sich noch vergrößern möchte,

wenn sich nicht bloß Silber-, sondern auch Goldarbeiten auffinden ließen.

Vielleicht ist jemand anderer, dem der noch vielfach vorhandene alte

Familienschmuck des Landesadels zugänglich gemacht

 wird, so glücklich, ältere steirische Silberarbeiten,

 als der Verfasser gefunden hat, und

dazu auch eine Anzahl von altsteirischen Goldarbeiten

 zu entdecken, was zu einer vollständigen

Studie über das Grazer Goldschmiedehandwerk

unbedingt notwendig wäre.

Anschließend soll noch ein Überblick über

die Tätigkeit dieses Gewerbes in den Landstädten

und Märkten geboten werden. In keinem dieser

Orte befanden sich gleichzeitig mehrere Goldschmiede

 und Innungsverbände. Die Angabe im

Katalog der Ausstellung von altösterreichischen

Goldschmiedearbeiten vom Jahre 1904 des Kaiser

Franz joseph-Museums für Kunst und Gewerbe

in Troppau, daß in Judenburg eine Goldschmiedeinnung

 bestand, ist unrichtig. Ab und zu saß aber

in einem oder dem anderen Städtchen oder Markte

ein tüchtiger, fleißiger Meister, der bessere Arbeiten

erzeugte, von denen sich bis heute manches

hübsche Stück erhalten hat. Meistens schlugen

sich aber die Landgoldschmiede kümmerlich

durch das Leben und mußten mit Reparaturen

und unechten Arbeiten ihr-Dasein fristen. Aber

ebenso wie sie in die Rechte des Gürtlerhand-Werks

 griffen, machten es, namentlich an Orten,

wo kein Goldschmied ansässig war, auch die Abb. 3-Gürtler,

 die nicht selten silberne Gegenstände, t"M831;11T;jff{j;jj3"h"ch"

namentlich Knöpfe, Schnallen, Gürtel, Ringe und

bestellte Kirchengeräte anfertigten. Obwohl schon am 16. April 1762 an alle

Kreisämter der Auftrag erteilt worden war, sämtliche bürgerlichen Landgoldschmiede

 zur Inkorporation in die Grazer Innung „auf den künftigen

Frohnleichnamstag" nach Graz zu laden, wo sie sich mit einer magistratliehen

 Urkunde, wann sie als Bürger und pro jure als Goldschmiede aufgenommen

 worden, ausweisen sollten, finden wir die erste Aufnahme eines

Landgoldschmiedes doch erst im jahre 1781 im Grazer Meisterbuche

vorgemerkt. Von da an bringt dieses Buch aber zahlreiche Eintragungen

über die Lebens- und Erwerbsverhältnisse der Landmeister, die das

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