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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

niemals die Konkurrenz der auswärtigen, im modischen Stil der Zeit gehaltenen

 Porzellane aus dem Markt verdrängen können.

Was nun die Verwendung einer Bischofsmütze als Marke für eine

Würzburger Porzellanfabrik anlangt, so läßt, wie ich schon in meiner mehrerwähnten

 Arbeit ausführte, gerade sie in keiner Weise sich begründen.

In Würzburg war als Stempel für Zinn seit dem XVI. Jahrhundert das

Wappen des I-Iochstiftes, drei silberne Spitzen im roten Felde, der sogenannte

„Rechen", gebräuchlich, in den übrigen Städten des Fürstbistums fast durchwegs

 deren Wappen, niemals eine Bischofsmütze, Auf Messinggegen-Ständen,

 insbesondere auf Gewichtsätzen und Eichmaßen, findet sich seit

dem XV. Jahrhundert das sogenannte Brunomonograrnm. Silber wurde im

XVI. Jahrhundert mit W, seit dem XVII. Jahrhundert ebenfalls mit dem

„Rechen" gestempelt, wobei im unteren Felde ein W eingefügt ist. Veränderungen

 dieses Stempels im XVIII. Jahrhundert brachten eine Kombination

aus dem Rechen, W und der Zahl 13. Niemals aber kam dabei die Bischofsmütze

 in Anwendung. Der Fürstbischof von Würzburg war zugleich

Herzog in Franken. Im Wappen spielte also die I-Ierzogskrone, weniger die

Mitra eine Hauptrolle. Dazu kommt noch, daß die beiden Fürstbischöfe von

Würzburg, in deren Regierungszeit die Tätigkeit Geigers fällt, Adam Friedrich

Graf von Seinsheim und Franz Ludwig von Erthal, zugleich F ürstbischöfe

von Bamberg waren, als welche sie die Kaiserkrone führten. Endlich war

Geigers Fabrik ein reines Privatunternehmen. In dem Gesuch um die Genehmigung

 der Fabrik ist mit keinem Worte davon die Rede, daß zum

Schutze oder zur Kennzeichnung der Erzeugnisse um die Erlaubnis nachgesucht

 wird, irgend ein Hoheitszeichen des Fürstbistums anwenden zu dürfen.

Die Annahme, daß man im Falle der Festsetzung eines Zeichens seitens der

fürstbischöflichen Regierung gerade an die Bischofsmütze, etwa als Unterscheidungszeichen

 von den vorerwähnten Stempeln für Zinn usw. gedacht

hätte, entbehrt jeder Begründung. Wir werden das mit einer Bischofsmütze,

als Zeichen versehene Porzellan also endgültig der Würzburger Fabrik

Geigers abzusprechen haben und müssen dafür nach einem anderen

Ursprungsort suchen.

In Betracht kann nur ein Platz kommen, bei dem die Bischofsmütze als

Wappen oder I-Ioheitszeichen eine ausschlaggebende Rolle spielte, der aber

auch zugleich Sitz einer Porzellanfabrik war.

Und hier kann nur Ellwangen in Frage kommen. Denn Ellwangen führte

als Wappen eine Bischofsmütze und war, wenn auch nur für einige Jahre,

tatsächlich der Sitz einer kleinen Porzellanfabrik. Wie Pazaureki bereits

nachgewiesen hat, beschäftigte sich ein sicherer F. H. Prahl (Prall) seit

x748 in Utzmemmingen mit der Herstellung von Porzellan. Nach seinem

Tode (1758) unternahm es seine Witwe Katharina, die Fabrik nach Ellwangen

 zu verlegen. Der Besitzer der Fayencefabrik in dem in nächster

4' „Schrezheimer Fayencen. Eine Untersuchung", „Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereine",

 Jahrgang 1908 o9, Heft 4, Seite x57 ü".
            
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