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Full text: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 1 und 2)

dort von den höchst merkwürdigen schlanken weiblichen Gewandfiguren 
flankiert, welche in Passau Leidenswerkzeuge und den Kelch der Stärkung, 
in Gurk hingegen die 
Symbole der Liebe 
und der Buße in 
Händen halten. Die 
Kanzelbrüstung ist 
an beiden Orten fast 
völlig gleich profi- 
liert; zwar fehlen in 
Gurk die Evange- 
listenfiguren, aber 
das Englein, welches 
den Crucilixus trägt, 
finden wir beidemale 
an gleicher Stelle 
wieder. Die Kanzel- 
komposition ist also 
in Passau und Gurk 
so ähnlich, die Ver- 
wendung der flan- 
kierenden schlanken 
weiblichen Gewand- 
figuren zu Seiten der 
Kanzelrückwand un- 
ter allen gleichzeiti- 
gen Kanzelkomposi- 
tionen so einzig da- 
stehend, daß wir zur 
Annahme gezwun- 
gen sind, der Inven- 
tor der Gurker Kan- 
zel habe die 18 Jahre 
früher entstandene 
Passauer Kanzel ge- 
kannt und zum Vor- 
bild der neuen Kan- 
zelschöpfung ge- 
macht. Mit dieser 
Feststellung und in 
Erinnerung anWien, 
Arbeit desMeisters anzusehen. 
Alle anderen Figuren halle ich 
für sicher eigenhändig. Abb. x. Die Domkanzel zu Passau
	        
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