Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 11 und 12)

Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe.

Sonderausstellung Richard Teschners, Figuren zurn „WeihnachtsspieP



Vollkommenheit die exotisch-romantische Stimmung ausgedrückt ist, von

welcher der Künstler beherrscht war. Seine große Vielseitigkeit kommt hier

in kleinstem Raum zu abgerundeter Wirkung.

Den Höhepunkt seiner Leistungen zeigt er in seinem Figurentheater,

das er selbst in Bewegung setzt, für das er poetisch-musikalische Szenen

erfand, die mit Beleuchtungseffekten und Bühnenwirkungen ausgestattet

sind, wie sie die große Schaubühne besitzt.

Der würdevolle Ernst dieser Vorführungen, der nichts oder nur ganz

wenig Possenhaftes duldet und gerade durch die Gebundenheit der Bewegungen

 einen vornehmen Stilismus pflegt, bringt eine zwingende Wirkung

hervor. Der sichere Geschmack und die außergewöhnliche technische

Gewandtheit des Künstlers zeitigten hier eine Durchbildung raffiniertester

Art, die zu den phantasievollen, zumeist an javanische Legenden und Märchen

anknüpfenden Vorgängen vortrefflich stimmt. Hier gewinnen seine Geister

und Wassermänner, seine Prinzessinnen und Prinzen Leben und Bewegung

und entführen den Zuschauer ganz in eine zauberhafte Traumwelt, in der

Raum, Licht, Bewegung, Töne zusammenklingen. So ist, wenn auch in engem

Rahmen und mit intimster, vorwiegend zur Phantasie sprechender Wirkung

ein Gesamtkunstwerk aufgerichtet, für das der ermüdete ernüchterte Zeitgenosse

 einer kulturzerstörenden Ereignisfolge dankbares Verständnis zeigt.

Aus einer Welt zerstörter Illusionen fliehen wir gerne für einige Zeit

in die erlösende Märchenwelt, in welche uns die kundige, leichte und feine

Hand Teschners führt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.