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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 11 und 12)

In großen Aktstudien und Porträten weiß Erich A. Lamm selbst die malerisch

empfundene Darstellung des nackten weiblichen Körpers von stark bewegter Haltung in dem

abgestimmten zurückhaltenden Grundton der „Wage" vorzutragen. Auch hier ein Streben

nach Stilisierung trotz der Annäherung an die Natur.

ÜNSTLERHAUS. VVINTERAUSSTELLÜNG. Zum erstenmal seit Kriegsbeginn

 hat die Genossenschaft bildender Künstler Wiens ihre ausgedehnten Räume

gleichzeitig ganz den Ausstellungszwecken zur Verfügung gestellt. Dabei hat sie dem

Andenken einiger Mitglieder durch Gedächtnisausstellungen Ehre erwiesen. Die Bildhauer

unter ihnen sind gesammelt im Eintrittsraum vertreten, die Arbeiten verstorbener Maler

sind unter den Arbeiten der Lebenden eingereiht; nur A. Schramm füllt einen Saal allein.

Es soll gleich eingangs hervorgehoben werden, daß das System von Kollektionen in

dieser Ausstellung auch den noch schaffenden Künstlern ermöglicht, geschlossen und

mit verstärkter Kraft zu wirken, was vielen sehr genützt hat und manches Talent stärker

hervortreten ließ, als es sonst möglich war. Zugleich ist das merkbare Zurücktreten der

sonst so auffälligen Porträte und offizieller Bilder, die mehr gesellschaftliche Sensationen

bildeten, als künstlerisch belangreich waren, sehr wohltätig zu empfinden. Ferner hat der

Anschluß der weiblichen Künstlerschaft durch eine inhaltsreiche Sonderausstellung im

I. Stock eine wertvolle Vermehrung des Inhaltes

gebracht, so daß das großzügige Auftreten der

Kiinstlergenossenschaft im Frieden als ein glücklicher

 Anfang und Auftakt wirkt.

Die Ausstellung regt zum Nachdenken an,

weil vieles Tüchtige und auch manches, das

durchaus neuen und jungen Bewegungen angehört,

 so ruhig und würdig neben sehr konservativen

 Arbeiten und längst vergangenen Bewegungen

 zur Geltung gelangt.

Die Pietät brachte drei Künstler in friedlichem

 Nebeneinander zur Ehrung, die wohl

im Leben recht divergente Temperamente verkörperten.

 Was sie heute zusammenschließt,

ist ihre Zugehörigkeit zur „Ringstraßenzeifß zu

jener eklektischen Periode einer ausgedehnten

Bautätigkeit, in der große Aufgaben und große

Mittel bereitstanden, ohne daß die künstlerische

Gestaltungskraft der Zeit auf der Höhe der

Aufgaben stand.

Zumbusch hatte eine Reihe von Denkmalen

geschaffen, alle Ehrungen seiner Zeitgenossen

erhalten 4 heute stehen diese offiziellen Werke

in starkem Gegensatz zu dem, was unsere Zeit

als groß und macbtvoll ansieht. Um so sympathischer

 wirken seine Bildnisse in ihrer vornehmen

 Geschlossenheit und Ruhe. Ahnlich

ergeht es dem feineren und liebenswürdigeren

Kundmann. Auch seine Stärke liegt im Porträt,

auch seine Schwäche war das Denkmal. Kundmann

 kam seinen Zielen darum näher, weil



_ Ausstellung

Seme Pläne Wenlgßr hßßhülegend Warm- österreichischer Kunstgewerbe. "o" Winter",

VVgyr ist mit seinem barocken Nßtllfälis- Entwurf von Professor M. Powolny, Gmundener

mus das Weltkind zwischen den akademischen Keramik (Firma Sßhwßdnm)
            
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