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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919)

kein längerer Aufenthalt in Paris-Sevres berichtet wird, tatsächlich unser

vollstes Lob verdient, wird erst recht einleuchtend, wenn wir etwas von

seinen Arbeiten in starker Vergrößerung betrachten. Es ist dies bisher

meines Wissens noch nie versucht worden, mag auch zunächst etwas

befremden, da wir Abbildungen von Deckengemälden oder mindestens

Supraporten gegenüberzustehen scheinen, und doch kann man nurauf

diese Weise einen Einblick in die charakteristische Malweise erlangen und

die Grenzen des individuellen Könnens erkennen, da der kleine Originalmaßstab

 verschiedene Verzeichnungen und sonstige Unvollkommenheiten

nur zu leicht verdeckt. Gerade Loehnig aber zählt zu den wenigen, die diese

Prüfung nicht nur vertragen, sondern geradezu glänzend bestehen. Man

betrachte nur die Vergrößerung eines Löffels aus dem oben genannten

Reiseservice des Stuttgarter Landes-Gewerbemuseums (Abb. I3) oder eines

Ausschnittes aus der Anbieteplatte des Boucher-Amorettenservices derselben

 Sammlung (Abb. I4), obwohl die schwarze Wiedergabe den ganz

ungewöhnlichen Reiz der ungemein geschickt ineinander überlaufenden

verschiedenen Farbentupfen in ihrer trefflichen Abstufung gar nicht zur

Geltung bringen kann.

Wenn durch die Gegenüberstellung einer Vergrößerung (Abb. 15) einer

bezeichneten älteren Lamprecht-Arbeit": der Salzverwalter des kleinen

Elbestädtchens sich neben dem anerkannt ersten, weitgereisten, auch von

den Franzosen bestens anerkannten Maler der damals führenden Porzellanfabrik

 in der großen Kaiserresidenz, nämlich seinem etwas jüngeren Zeitgenossen

 Georg Lamprecht sen. - nachweisbar in Wien zwischen 1772

und 1825 tätig - behauptet, so braucht zu seinem Rufe nichts weiter

hinzugefügt zu werden. Wir werden aber gut tun, unser bisheriges Urteil

ein wenig zu revidieren und ebenso, wie wir in Lamprecht den ersten

deutschen Empire-Porzellanmaler schätzen, in Loehnig den ersten deutschen

Louis XVI-Porzellanmaler erblicken können.

" Vgl. Braun in "Kunst und Kunsthandwerk". 1917, Seite x rg. - Das Österreichische Museum hat kürzlich

einen unzweifelhaft zu dem a. a. O. beschriebenen Service gehörigen Teller erworben, der die Signatur

Larnprechts trägt (vgl. Abb. x 5).
            
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