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Full text: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 4, 5 und 6)

 
Glasschrank von A. Popp 
aus welcher die Abbildungen ent- 
nommen sind, greift bis auf das 
strengere Empire zurück und ent- 
hält zahlreiche Typen, die jenen 
Einrichtungsstücken verwandt sind, 
welche im I-Iofmobiliendepot auf- 
bewahrt werden." Insbesondere die 
aus Innsbruck stammenden Möbel 
des alten I-Iofbesitzes zeigen mit 
den Entwürfen Popps viele Ähn- 
lichkeiten. Seine Ideen sind durch 
die ganze Biedermeierperiode in 
stetem Wandel begriffen, nehmen 
schließlich auch noch die äußerlich 
barocken Einflüsse auf, die um die 
Mitte des XIX. Jahrhunderts Gel- 
tung erlangten. Gerade in solchen 
ganz der Zeit entstammenden zeich- 
nerischen Niederschriften linden 
sich auch die Übergänge der Epo- 
chen ineinander erhalten und ist 
das Nebeneinander gleichzeitiger 
verschiedener Strömungen wie das Ägyptisieren des Empire, das Gotisieren 
der ersten Biedermeierzeit 
ausgedrückt." 
Es bestehen nicht un- 
wesentliche örtliche Form- 
unterschiede mit Tendenzen 
zur schwereren monumen- 
taleren oder zur leichteren 
zierlichen Durchbildung. So 
zeigen die bisher erwähnten 
österreichischen Arbeiten 
eine gflßßere Schlankheit 
und Gefälligkeit wie die 
Weimarer und Potsdamer 
' Veröffentlicht in den jahrgän- 
gen IX und X dieser Zeitschrift. 
"" In einer sehr interessanten 
Sammlung von Entwürfen „Neueste Meu- 
bles aus Wien" x836 (Österreichisches 
Museum), gezeichnet von A. Einholzer, 
liegt noch der ganze Reiz der schlanken 
Empireformen und doch treten daneben _ 
schon Einwirkungen von Renaissance- 
studien auf, die erst viel später zum 
Durchbruch gelangen sollten. 
 
Glasschrank von A. Einholzer, Wien x836 
(Österreichisches Museum)
	        
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