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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 4, 5 und 6)

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Von unerschöpflicher Abwechslung ist die Art, wie die Rücklehnen der

Stühle gebildet werden. Der Ausgangstypus war der konkav geschwungene

griechische Stuhl; aber der Tischler der Biedermeierzeit wußte aus den

doppelt gekrümmten, nach rückwärts zurückgelehnten, nach seitwärts den

Körper umfassenden oder auch bloß den Rücken stützenden Stuhllehnen

ein besonderes Feld seiner phantasievollen Betätigung zu schaffen.

Hier waren so recht der persönliche Wunsch der Besteller, sein Körperbau,

 seine Gewohnheiten, anderseits aber auch die Freude des Handwerkers

an gelungenen Schweifungen, witzigen und gefälligen Bildungen am Werke,

Neues zu schaffen. Vom würdevollen Lehnstuhl und Schlaffauteuil bis zum

alltäglichen leichten „Sessel" und zum zierlichen Taburett sind unzählige

gelungene Variationen gebaut worden.

Das Bett der Biedermeierzeit zeigt größere Einfachheit wie jenes der

Empirezeit. Während das Paradebett der älteren Periode in den reichen

Betthimmeln und in den schifförmigen Prunkbetten weiterlebt, will der bürgerliche

 Haushalt begreiflicherweise von dem pompösen Ruhelager nichts wissen.

Das Schlafzimmer wird immer intimer uud bescheidener, je mehr es

bürgerlichen Charakter erhält. Nur der Toilettetisch und der Ankleidespiegel

sind öfter der Anlaß zu reicherer Ausbildung. Das Bett und die Chaiselongue

(Ruhebett) werden zumeist sehr anspruchslos geformt.

Es ist eine eigentümliche Erscheinung der Biedermeierzeit, daß gerade

der fortschreitende Hang zu Bequemlichkeit und Behagen, der zunehmende



Entwurf für Sitzgelegenheiten aus der Schule Karl Schmidt (Österreichisches Museum)
            
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