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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

einer bestimmten denkwürdigen Epoche entstanden sind. S0 wurden alle

Arbeiten, die während des Jahres 1913 aus den Malereiwerkstätten der Manufaktur

 hervorgingen, zur Erinnerung an das 15ojährige Jubiläum der Fabrik,

das in diesem Jahre begangen wurde, durch die Marke 35 ausgezeichnet,

welche den Namenszug Friedrichs des Großen mit den Jahreszahlen 1763

und 1913 in ovaler Umrahmung zeigt. In Übereinstimmung mit den Malereimarken

 32 bis 34 wurde diese Jubiläumsmarke bei Aufglasurmalereien in

Rot auf der Glasur, bei Unterglasurmalereien in Blau unter der Glasur, bei

Porzellanen mit Goldrand oder einer anderen einfachen Randverzierung in

Grün auf der Glasur ausgeführt.

Die während des Weltkrieges hergestellten Kunst- und Gebrauchsporzellane

 tragen neben Fabriks- und Malereimarke das Zeichen des Eisernen

Kreuzes. Anfangs wurde es in Schwarz auf der Glasur (Marke 36) nur auf

bemalten Stücken angebracht (Direktionsverfügung vom 21. Oktober 1914).

Nach einer Direktionsverfügung vom 2. März 1915 erhielten es dann auch

alle Weißstücke (Marke 37), und zwar anfangs in Blau, später in Schwarz

unter der Glasur. Die Marke 36 wurde nach dem Inkrafttreten dieser Verfügung

 zunächst beibehalten, so daß also die bemalten Stücke die beiden

Marken 36 und 37 trugen. Eine Direktionsverfügung vom 15. Februar 1916

beschränkt dann die Anwendung der Marke 36 auf die älteren, vor Einführung

der Marke 37 hergestellten Porzellane, die noch in die Malereiwerkstätten

gelangten. __

IV. DIE KUNSTLERMARKEN.

Bis 1902 sind eigentliche Künstlermarken in der Manufaktur nicht in

Gebrauch gewesen. Die Maler und Bildhauer haben, wenn überhaupt, ihre

Arbeiten meist mit vollem Namen signiert. Daneben sind von jeher ungezählte

kleine Malerzeichen verschiedenster Art üblich, auf deren Einzelfeststellung

nicht eingegangen werden kann. Die Marke 38 ist das Zeichen des gegenwärtigen

 Künstlerischen Direktors der Manufaktur Professor Theo Schmuz-Baudiß,

 der ihr seit dem Jahr 1902 angehört. Auf seinen Originalarbeiten,

beziehungsweise den nach seinen Entwürfen ausgeführten Stücken ist diese

Marke meist farblos mit der Hand eingraviert, oft aber auch mit dem

Stempel aufgetragen, und zwar in Rot oder Grün auf der Glasur, bei Unterglasurmalereien

 in Blau unter der Glasur, neuerdings jedoch sowohl bei

Auf- wie bei Unterglasurmalereien nur in Grün unter der Glasur. Auch die

handgravierte Marke wird jetzt noch von der grünen Unterglasurmarke

begleitet.

Für die Stilentwicklung ergeben sich an Hand der Markentafel etwa die

folgenden Anhaltspunkte: die Fabrikmarken 1 bis 11 umfassen die friderizianische

 Epoche der Fabrik von 1763 bis 1786, in der sich langsam der Übergang

 von den lebhaft bewegten Formen des Rokoko zu den strengeren

symmetrischen Linien des Klassizismus vollzieht. Für die eigentliche Herrschaft

 dieses antikisierenden Stiles gelten die Marken 12 bis 16, mit denen
            
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