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Full text: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 1, 2, 3 und 4)

Ich glaube, daß wir diesen Weg der Erklärung der Tendenzen von 
Kunsterzeugnissen durch die allgemeinen der Zeit auch betreten müssen, um 
der Lösung des Problems, das die Gartenteppiche stellen, näherzukommen. 
Die wesentlichen Merkmale des Schemas ihrer Dekoration sind kurz folgende: 
Einteilung der Fläche in rechtwinklige Streifen und Kompartimente; Differen- 
zierung der Akzentverteilung durch Betonung führender I-Iauptmotive; Ab- 
wandlung und Unterbrechung des starren Schemas durch Einfügen kleinerer, 
aber bedeutungsvoller Akzente. Mir scheint darin der 'Eintiuß der gleich- 
zeitigen Garten- und Parkgestaltung deutlich zu sein. Abbildung 8 gibt den 
 
Abb. g. Ispnhan, Pnrkst-raße. Um 1600 
Grundriß" einer berühmten Ispahaner Palastgartenanlage, die vom Schah Ab- 
bas dem Großen (1587 bis 162g) stammt. Da finden wir die Teilung in kleine 
Kompaitimente wieder, deren geradlinige Begrenzungen im rechten Winkel 
gebrochen sind; auch hier wieder die starke Betonung des Wasserlaufes, der 
differenziert in zwei verschiedenen Breiten dahinströmt; endlich kein ganz 
starres Schema der "Einteilung, sondern ein rhythmisches durch die Ver- 
schiebung des Hauses aus dem Mittelpunkt und durch den Wechsel in der 
Akzentverteilung. Übertragen und der veränderten Aufgabe angepaßt zeigt 
die gleichen Tendenzen eine monumental gedachte Anlage wie die drei Kilo- 
meter lange Parkstraße, der Tschehar Bagh, den der gleiche Schah anlegte 
(Abb. 9)." Eine schnurgerade Richtung, aber derWasserlauf wird in möglichst 
viele selbständige Abteilungen aufgelöst, und es bleiben für sich durchaus 
"' Aus Fr. Sarre, „Denkmäler persischer Baukunst" (Berlin rgxo), Textband Seite 87, Abb. r x x. 
z: „voylggß du Chevalier Chardin etc." (Amsterdam 17 3 5), II, pl. XLII.
	        
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