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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 1, 2, 3 und 4)

geschichten durch naive Natürlichkeit und ausdrucksvolle

 Einfachheit bildhafte Gegenständlichkeit

in bunter Flächenhaftigkeit schafft, wirkt so recht

im Sinne einer Kunst unserer Zeit. Ihr ist die Wirkung

 des Bildes an der Wand, die Zugehörigkeit zur

ebenen Fläche wieder ein Gegenstand derBeachtung

geworden, welcher der Raumkunst als Gesamtleistung

 dient. Auch die Hinterglasmalereien von

E. Huber streben in ihrer volkstümlich naiven

Charakteristik harmonische Flächenhaftigkeit erfolgreich

 an.

Zahlreich war die Graphik vertreten. Ch. L.

Martins illustrative Lebendigkeit berührt sich mit

der guten Tradition, Klotz-Dürrenbachs, auf Wesentliches

 reduzierte Handschrift, weist auf neue Wege,

die Süchtigen Augenblickseindrücken, die Wesenheit

typischer Gestaltungen abzugewinnen vermögen.

Nach den Einheimischen kamen deutsche

Gäste. Die „Münchner Sezession" füllte dieselben

Räume mit ansehnlichen Werken und klingenden

Namen. Persönlichkeiten, welche in jungen Jahren

die Fesseln der Konvention sprengen halfen, sind

v heute als „Alte Herren" in ungebrochenerSchaffenskraft

 tätig. Diez, I-lerterich, Habermann, l-lummel,

Aug de, Pj1Hy-S3mm]ung_ Stuck, Spiro, Putz und andere wirken wie einst mit

Porzellanvase,Sevres,Empire(ÖstennMuseum) den gediegenen Mitteln einer durchgebildeten Malkultur,

 die an überzeugender Tüchtigkeit nichts

eingebüßt hat, wenn vielleicht auch manche persönliche Note seitdem verblaßte. Eine

jüngere Generation hat sich ohne schroffe Gegensätzlichkeit angeschlossen und wirkt, wie

Bechstein, Thauriedl, Plenk mit neueren Ausdrucksformen, aber doch immer noch im

Sinne einer malerischen Anschauung, der die farbige Palette in erster Reihe steht. Die

Bildhauer gehören auch zumeist wie Glaser, Holl, Klein einer jüngeren Richtung an, treten

naturgemäß mit kleineren Werken auf. Ist doch schon die Ermöglichung einer ausländischen

Bilderschau in diesen Zeiten eine so schwierige Leistung, daB den Faktoren, welche sie

durchgesetzt haben, besonderer Dank gebührt.

Die Bedeutung dieser anziehenden Schaustellung lag vor allem in der Tatsache,

daß gute Malerei in ihrer Wirkung nichts verliert, wenn sie auch von den jüngsten geistigen

Strömungen unberührt bleibt; daß aber mancher unruhige Geist, der aus Sensation und

Expression Wirkungsmittel ableitet und dabei alles handwerkliche und wohlfundierte

Können mißachtet. von den dauernden Wirkungen gediegener Malerei - so altmodisch

sie ihm auch erscheinen mag - in den Schatten gestellt wird.

Ein solches Vergleichen älterer mit jüngster Arbeit ist von Zeit zu Zeit wohltätig,

weil der Maßstab für das Bleibende im ungestümen Vorwärtsdrängen der Tätigen so leicht

verloren geht. In unserer Zeit ist das Anderssein nur zu oft ein ausreichender Grund, um

Wertvolles über Bord zu werfen, ohne daß das Neue die Qualität des Bleibenden erreicht.



KÜNSTLERHAUS-KUNSTSCHAU. Ein Nebeneinander großer Gegensätzlichkeiten

 hat uns der Umstand gebracht, daß die Kunstschau in ihrer zweiten Veranstaltung

 dieses Jahres das erste Stockwerk des Wiener Künstlerhauses ohne besondere Aufmachung

 füllt, während die Genossenschaft ihre Frühjahrsausstellung im Erdgeschoß abhält.

Diese letztere muß eine den jetzigen Geist der wirtschaftlich und gesellschaftlich so

gut geführten ältesten Wiener Künstlervereinigung gut repräsentierende genannt werden,
            
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