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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 5 und 6)

"J

1565 bis 1576 eine Sammlung von Kunstwerken und Handarbeiten verschiedener

 alter Völker angelegt, welche auf eine sehr anschauliche Weise

die Entstehung und Fortschritte der Künste und Gewerbe darstellte. Diese

Sammlung nicht nur zu erhalten, sondern auch ansehnlich zu vermehren,

gehörte unter Rudolfs angelegentlichste Bemühungen. Er war überzeugt, daß

aus einer solchen Sammlung, wenn sie dem Gebrauche des Publikums offen

stünde, nicht nur für den Geschichtschreiber und Gelehrten, sondern auch für

den praktischen Künstler, Handwerker und Gewerbsmann großer Gewinn

hervorgehen müsse. Seine Bestrebungen

 wurden durch T ycho

de Brahe unterstützt, der nicht nur

Astronom, sondern auch, mehr

als irgendeiner der damaligen Gelehrten,

 mit der Geschichte der

Künste und Gewerbe vertraut

war. „Aber Rudolph starb und mit

ihm der Pfleger seines schönen

Werkes. Die Stürme des 3ojährigen

 Krieges entblätterten die

Blüten des Kunstfleißes, und sowohl

 der Pflug des Landmannes

als das Werkzeug des Handwerkers

 mußte mit dem Schwerte

vertauscht werden. Nach dem

Frieden wählten die folgenden

Regenten Wien für ihre Residenz

und Rudolphs Sammlung blieb von

jetzt unter der Benennung einer

Schatz- und Kunstkammer länger

als einjahrhundert gesperrt, bis sie

1782 öffentlich versteigert wurde."

Schönfeld nennt sich den Abb. m. Der Engelsturz. Schnitzerei in Buchs (Fälschung)

Nachkommen von Männern, welche

 seit der Periode und zum Teil an der Seite Rudolf II. sich durch technische

und chemische Beschäftigungen ausgezeichnet hatten. So sei er seit dem

ersten Beginnen seiner Bildung zu den Künsten und Gewerben hingezogen

gewesen, ihre Entstehung, ihr Fortschreiten, ihr gegenwärtiger Zustand, ihre

Vollkommenheiten und Mängel, die zweckmäßigsten Mittel, sie zu immer

größerem Flor zu bringen, war Gegenstand seines Denkens und Träumens.

„Ich erblickte in Künstlern und Handwerkern sehr achtungswerte Staatsglieder.

 Ich sah in ihremTreiben und Wirken die Quelle der wahrenWohlfahrt

aller Staaten. Es wird daher leicht, zu erklären, daß ich mit einer gewissen

Leidenschaftlichkeit jedes interessante Denkmal des KunstHeißes verflossener

Zeiten an mich zu bringen suchte. Mit der nämlichen Ehrfurcht, mit welcher


            
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