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Object: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 10)

desgleichen ernteten unsere Emailkünstlerinnen das höchste Lob. Das 
Oesterr. Museum hat 40 der schönsten, aus dem Hoftiteltaxenfonds ge- 
schalfenen Arbeiten von Hofrath v. Storck, Prof. Beyer, Prof. Herdtle, 
Prof. Karger, Prof. König, Prof. Kühne, Prof. Macht, Prof. Ribarz, Prof. 
Schwartz und den Kunstgewerbetreibenden Kleeberg, Lustig, v. Stark, 
Rokko, Kautsch, Bacher 8c Sohn, Michel, Pollak, Franke, Brix 8L Anders, 
Zasche, Hanusch, Dörflinger, Frank, Scheid, Furtner, Keiler, Gassmann, 
Schindler, Reschenhofer und Irmler zur Verfügung gestellt, und damit 
der österreichischen Vertretung einen großen Dienst geleistet. Die Aus- 
stellungskästen des Museums bildeten das Ziel aller Besucher. Auch die 
Arbeiten des Central-Spitzencurses erregten allgemeine Aufmerksamkeit, 
und es waren gerade die belgischen Kenner dieses Kunstzweiges, welche 
erklärten, dass die Arbeiten unübertrelflich seien. Das Urtheil der Jury 
ist zwar noch nicht verötfentlicht und ich will mich keiner lndiscretion 
schuldig machen, so viel aber kann mitgetheilt werden, dass auf Oester- 
reich so viele höchste Auszeichnungen entfallen sind, wie auf keinen der 
anderen Staaten. 
Unser Ruf wurde also behauptet und das wird ja hoffentlich neben 
den moralischen auch praktische Früchte tragen. 
Auch der Besuch der Antwerpener Ausstellung ist glänzend. Es 
sind bereits jetzt über 2 Millionen Menschen eingetreten; wie viel hiervon 
sich im Park verirrten, ohne die lndustriehalle zu finden, bleibt freilich 
verschwiegen. 
Ueber Zeichenfertigkeit und ihre Anwendung 
in der Praxis. 
Von Hans Macht. 
II. 
Wenn irgend Jemand Umfrage nach einer Persönlichkeit hält, welche 
die [Eignung besitzen soll, die Herstellung zeichnerischer Entwürfe für 
den Schmuck des Hauses und der Innenräume, für schöne Mobilien und 
Geräthschaften u. s. w. zu besorgen, so kann man sicher sein, dass 
hiebei alle wünschenswerthen Qualificationen einer solchen gesuchten 
Kraft in nur wenige Worte zusammengefasst werden. Gewöhnlich heißt 
es ungefähr: wVon dem Manne, den ich suche, verlange ich eigentlich 
gar nicht viel; er muss nur gut zeichnen können und Geschmack be- 
sitzen. Das Zeichnen muss er viel geübt haben, der Geschmack muss 
ihm natürlich angeboren seinm 
Est ist schwierig, einer solchen Erklärung mit kurzen Ausführungen 
entgegenzutreten; um so schwieriger, als wir von Seite vieler, selbst sehr 
gebildeter Laien gar keine andere Anschauung erwarten können, als die 
mit einer solchen Erklärung zum Ausdruck gebrachte. Das Zeichnen wird 
ja mehr oder weniger nur soweit der allgemeinen Beobachtung zugänglich,
	        

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