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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 5 und 6)

versammelten zeitgenössischen Gelehrten

 vereinigte. Die Gemälde, ausgeführt

von den berühmten Malern Brueghel

und Goltzius, sind von größtem Interesse

 und hoher Bedeutung; sie enthalten

 eine Darstellung der Kleidung,

der Besonderheiten etc. der verschiedenen

 Zünfte und Handelskörperschaften

 der Epoche mit einer Beschreibung '

ihrer Prunkaufzüge, Zeremonien und

Feste, mit bewunderungswürdiger

Genauigkeit gezeichnet, einige davon

gemalt in Grisaillef" Kaiser Rudolf

benutzte angeblich dieses Buch für

seine alchimistischen Studien oder Eintragungen(?).

 Wer das Werk bei der

Auktion erstanden hat und wohin es

gekommen ist, konnte bisher auch mit

Hilfe englischer Fachleute, an die ich

mich wandte, nicht festgestellt werden.



Abb. 6. Johann Ferdinand Ritter von Schönfeld, nach

__ _ einer Lithographie in der ehemaligen Kaiserlichen

Konnen wir uns von Wert und Familien-Fideikommißbibliothek

Schönheit dieses Buches mit seinen

reichen Malereien, da der Christie-Katalog leider keine Abbildungen hievon

bringt, keine deutliche Vorstellung machen, so sind wir bezüglich anderer

im Katalog. mit Rudolf in Beziehung gebrachter Stücke der Schönfeld-Sammlung

 besser daran, da hievon Abbildungen vorliegen, die hier wiedergegeben

werden. Es handelt sich um vier Kostbarkeiten, von denen auch die auf

der Auktion erzielten Preise und die Namen der Käufer auf Grund von Mitteilungen

 bekanntgegeben werden können, die ich der Güte des Kollegen

Maclagan vorn Viktoria- und Albert-Museum verdanke, der einen mit den

einschlägigen Notizen versehenen Handkatalog einsehen konnte.

I. Goldemailuhr von Schör; im Christie-Katalog (Nr. 95) heißt es darüber:

„Eine sehr schöne kleine Uhr von Schör in Augsburg, in goldenem Gehäuse

mit emailliertem Zifferblatt, mit Arabesken, Figuren und Blumen, in einer

äußeren Hülle von Fischhaut, beschlagen mit Gold und mit einer in Holz

geschnitzten Kette mit Geheimverschluß. Dieses hervorragende Werk war

ein Geschenk des Herzogs Julius von Braunschweig an Kaiser Rudolf?"

Diese Uhr wurde um 45 f an Myers verkauft. Das auf der Lithographie mit

abgebildete Stück (Totenkopf in Goldemail, Nr. 1034) ist im Katalog nicht

auf die Kunstkammer bezogen, es wurde in der zeitgenössischen Literatur

bezeichnet als „Baph0met" (Idol der Tempelritteryii" bei aufgehobener

"' Scheiger vermutete, daß Hufnagel die Bilder gemalt habe. Beigeiügt war im Katalog: „The volume is

in excellent preservantion and in every respect worthy a place in the Cullection of the rnost scrupulous Amateur."

"t Hier abgebildet auf Seite 75, ebenso wie das folgende Stück.

i" Vgl. über „Baphometw Julius Schlosser, "Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance".
            
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