Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 11 und 12)

Noch sei erwähnt, daß auch die schon vor Jahren angelegte Sammlung

von Porträts, die vom Standpunkte der Kostümkunde für uns von besonderer

Wichtigkeit sind, in dieser Periode um einige wertvolle Herren- und Damenbildnisse

 vermehrt werden konnte.

Die Sammlungsaufgaben und Lehrziele des Museums erheischten von

jeher aber auch die Erwerbung guter Arbeiten des jeweils modernen heimischen

 und ausländischen Kunsthandwerks; einer künftigen Neuaufstellung

der Sammlungen wird es vorbehalten bleiben müssen, alles, was an Möbeln,

Glas, Keramik, Metall, Leder, Textilien usw. aus der Zeit von 1860 bis zur

Gegenwart vorhanden ist, mit den aus dem I-Ioftiteltaxfonds beschafften Arbeiten

 im Mittelpunkte, im Zusammenhange vorzuführen. Einstweilen ist auf der

Galerie des Säulenhofes das Beste an österreichischen Arbeiten des letzten

Jahrzehnts zusammengestellt, was aus dem sogenannten Wanderausstellungsfonds,

 aus dem Fonds für Erwerbung mustergültiger Arbeiten und einem

eigenen Kredit erworben wurde. Aus dieser sehr lehrreichen Sammlung,

welche stets vermehrt wird, seien hier einige der neueren Erwerbungen

abgebildet.

So erweist diese summarische Besprechung des in den letzten fünf Jahren

erzielten Zuwachses aller Sammlungsgruppen des Österreichischen Museums,

daß das Institut auch in diesen harten Zeiten unablässig bemüht war, seinen

wissenschaftlichen, künstlerischen und kunstgewerbefördemden Pflichten

gerecht zu werden.

KLEINE NACHRICHTEN S0

IE HANDZEICHNUNGX" Die Beschäftigung mit den Handzeichnungen, seit

dem XVIII. Jahrhundert ein intimes Lieblingsstudium besonders fein organisierter

artistischer Feinschmecker und Kenner, ist während der letzten Jahrzehnte zu einem unentbehrlichen

 und wirksamen Rüstzeug der modernen kunstgeschichtliehen Forschung

geworden. Die Bedeutung der Zeichnungen fir die Entwicklung der einzelnen Meister dokumentiert

 sich deshalb am deutlichsten in dem Erscheinen der zahlreichen Monographien

über die Zeichnungen Dürers, Rembrandts und anderer. Und gerade für die Dürer-Forschung

 haben die Zeichnungen das wichtigste und wertvollste Material geliefert, in erster

Linie der unvergleichliche, herrliche Schatz von Blättern des Nürnberger Meisters in der

Wiener Albertina. Aus den Beständen dieser alten erzherzoglichen Sammlung zumeist haben

Schönbrunner und Meder das Material für ihre leider jetzt eingegangene großzügige Publikation

 entnommen, die in systematischer Weise allmählich das Wertvollste aus den noch

erhaltenen alten Handzeichnungssammlungen bringen sollte.

Und nun liegt dieses langerwartete und erhoffte Buch Meders vor uns, ein Wunderwerk

 an Fleiß und Gelehrsamkeit. Das Werk eines Lebens, einer mehr als dreißigjährigen

intensiven Beschäftigung mit diesem edlen Stoß" und ein Dokument persönlichsten intimster

Vertiefung in seine Eigenart, seine Schönheit. Es handelt sich ja nicht allein um die zahllosen

wissenschaftlichen Beobachtungen und Aufschlüsse, die einem solchen Wirken zuteil wurden

und die uns das Buch von nun an so wertvoll und unentbehrlich machen, ebenso wichtig ist

" Joseph Meder. Die Handzeichnung. Ihre Technik und Entwicklung. Kunstverlag Anton Schroll ä Co.

Wien. rgxg. Mit 342 Abbildungen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.