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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 5)

I") MITTHEILUN GEN "E"- 
Erster Jahrgang. de, 15. Februar 1866. 
k. k. österr. Museums für Kunst 81 Industrie. 
(Monatschrift für Kunst 8a Kunstgewerbe.) 
(Am 15. einen jeden Monats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jnhr 3 ü. ö. W. 
Redacteu: Dr. G. Thu. Expedition von G. Gerolufe Sohn. Man ebonnirt im Museum, bei 
C. Gerollfe Sohn, durch die Postanstalten, sowie durch alle Bnch- und Kunsthandlungen.) 
11mm; Indem! Ernennung nndker Gdlllformen. - m: Gblifidbll du miilelxlhtlichou Broutwaher und 
nuamßm. - um Votum über Kunltglwurhe und an Nürnberger lgewvrbelohnle. - Litentur- 
hsrieht. - Vntlelungen m. 111mm.- um... lllkhailnngen. - Nun Erwerbungen a" Bibliothek. 
(Bemaßung und zum. m: a" vorigen Nummer.) - 1mm. 
  
Moderne Erneuerung antiker Gefassformen. 
Es ist gewiss nicht als ein Unglück zu betrachten, wenn die Formen 
antiker Gefasse heute mehrfache Nachahmung finden, obwohl diese Wieder- 
aufnahme noch mehr als Modesache, denn als bewusste und verständige 
Erneuerung erscheint. Die Handtiemng mit diesen Formen macht uns 
allmälig das Schöne an denselben geläufig und macht uns fahig, auch in 
anderen Fällen die guten Formen von den schlechten zu unterscheiden, 
wotiir leider dem Publicum wie dem Gewerbskünstler das Gefühl so ziemlich 
verloren gegangen ist. Vor der Hand werden in der Art, wie die Nach- 
ahmung stattfindet, manche MissgriEe gemacht, und es dürften daher einige 
Bemerkungen, die davor warnen sollen, wohl am Platze sein. 
Der Heuptfehler, der dabei begangen wird, scheint uns der zu sein, 
dass die meisten dieser Nachbildungen, namentlich diejenigen von Thon, 
blos den Zweck haben, Luxus- und Schaugeräthe zu sein, nicht aber zum 
wirklichen Gebrauche zu dienen. Damit aber Ballen sie in die Kategorie 
denjenigen Gegenstände, welche als blosse Neuigkeiten der Mode mit der 
Saison kommen und mit derselben wieder in Vergessenheit verschwindenr 
Sie nützen auf diese Weise als vorübergehend weder materiell der Indu- 
strie noch künstlerisch dem Geschmack, auf welchen sie nicht Zeit haben 
einzuwirken. 
Von solcher Art ging dem österreichischen Museum eine Collection 
Thongefässe aus der Fabrik von Schmidt ä Bauer in Sonneberg zu. 
Die künstlerische Aufgabe derselben war keine andere, als ihre Originale 
möglichst getreu zu copiren, in der Form, in der Farbe wie in dem bild- 
liehen Schmucke. Konnte man das Gelungene dieser Copirung einiger- 
messen zugeben, obwohl die Farbenwirkung sich durchaus härter und greller 
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