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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 5)

bis in das-IG. Jahrhundert (am spätesten in den Arbeiten der niederrheinischen

 Brocatweber und Bildsticker) gefunden werden, ist diese organische

Grundlage his auf die zu erwähnenden Ausnahmen und so weit meine Untersuchungen

 reichen, dem Peritomäum, dem sogenannten Bauchfelle,

des Schlachtviehs entn ommen. Es lässt sich dies mit voller Bestimmtheit

nachweisen. Die serösen Häute, denen das Peritomäum angehört, bestehen

aus Bindegewebe mit einem charakteristischen Netze feiner elastischer Fasern,

das sich an jenen Häutchen, nachdem das Gold entfernt ist, noch unter

dem Mikroskops sichtbar machen lässt. Unter dem Bauchfelle liegt überall

da, wo es den Darmcanal überzieht, eine Längslage von contractilen Faserzellen.

 Wenn man den Peritomäal-Ueberzug einschneidet und ihn dann

der Länge nach abzieht, so geht, je nach dem Zustande von Frische oder

beginnender Verwesung, in welchem der Darm sich belindet, ein grösserer

oder geringerer Theil dieser Faserzellen, oR das ganze Lager mit. Auch

diese habe ich unter Zuhilfenahme geeigneter Reagentien an dem vergoldeten

 Häutchen noch nachweisen können. Hiedurch sind die übrigen serösen

Häute ausgeschlossen, weil sich unter ihnen keine derartige Lage von Faserzellen

 befindet, und von keiner anderen als dem Bauchfelle kann somit

das Häutchen herstammen.

Aus dem Bauchfellüberzuge des Blinddarms vom Ochsen wurden die

Goldschlägerhiiutchen angefertigt, und es lag nahe, dieselbe dünne Membran

 auch als Grundlage für Vergoldung anzuwenden. Da es sich für Erzeugung

 eines Lahns nicht um quadratische Stücke von bestimmter Grösse,

sondern nur um lange Streifen handelte, so konnte man verschiedene Abschnitte

 des Darms von verschiedenen Thieren benützen, und dies scheint

auch geschehen zu sein; denn die seröse Haut, auf deren Inneniiäche die

Faserzellen gefunden werden, ist an verschiedenen Proben von verschiedener

 Dicke. Dem neuen Zwecke entsprechend wurde auch die Behandlung

 verändert. lilür den Goldschläger wurden die Häute je zwei und zwei

mit der Fleischseite zusammengeklebt, so dass sie zwei gleich glatte Oberilächen

 darboten; für den Vergolder blieben sie einfach, erhielten ihren

Metallüberzug und wurden dann in Streifen von Y,  Breite geschnitten.

Mit diesen wurde der Faden in Hobeltouren bewickelt. Meist geschah dies,

wie ja auch jetzt noch für manche Zwecke, nicht bis zur völligen Deckung.

Es wurde hiedurch der Metallglanz gemildert, es wurde eine Ersparung

erzielt und der Faden behielt eine um so grössere Biegsamkeit. Der Metallüberzug

 ist theils reines Blattgold, theils sogenanntes Zwischgold, d. h. vergoldetes

 Blattsilber, und zwar von vorzüglicher Arbeit, wie mir die mikroskopische

 Untersuchung des Goldhäutchens zeigte, welches nach dem Auflösen

 des Silbers in Salpetersäure zuriickblieb. Zum Theil scheint auch

blosses Blattsilber verwendet werden zu sein, wenigstens habe ich auf einzelnen

 Proben nur Silber, kein Gold mehr nachweisen können. Das Bindemittel,

 durch welches das Metall auf dem Häutchen befestigt wurde, ist mir

unbekannt; es war jedenfalls ein sehr zartes und keine Grundirung, wie
            
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