Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahresbericht (1892)

Noch wlhrend der Dsuer dieser Ausstellung fand die Enthüllung des Rsdetzky-Denkmals

 auf dern -Hof- in Wien statt. Auf Anregung des Malers Franz 51111. 0b"-inspectors

 der Hofoper, wurde im Saale VI und VIl eine Ausstellung veranstaltet, welche

den Zweck hette, dem Publicum im Bilde elle Persßnlichkeiten, alle Erinnerungen

und Ereignisse vorzufuhren, welche mit dem langen Leben Radetzkys verknüpft sind.

Den Hauptstock dieser nsch Hunderten zahlenden Blätter in Lithographien, Stichen und

Aquarellen bot die ausgezeichnete Sammlung des Herrn Geul selber, doch wurde sie

eus Privatbesitz vielfach vermehrt. Die Ausstellung fend ein reges Interesse und nicht

bloe in militärischen Kreisen.

Von den mehr vereinzelten Gegenstlnden, welche im Leufe des Jahres zur Ausstellung

 gelengten und en anderer Stelle im Jahresbericht erwähnt werden, sei nur der

Arbeiten der Tiroler Glasmalereianstalt in Innsbruck gedacht, insbesondere jenes Fensters

für die Kirche dell' Anima in Rom, welches von Sr. Majestät dem Kaiser bestellt

worden und welchem nuch von demselben in Anwesenheit des Directors Dr. Jele die

Ehre der Besichtigung zu Theil wurde. Auch die große Reihe der farbigen und gemalten

Glasfenster, welche els Stiftungen verschiedener Corporntionen des Rnthhnus in Reichenberg

 zu schmücken haben, verdienen eine besondere Erwähnung.

Der Ausfall, welchen die Weihnachtseusstellung in diesem Berichtsjahre bot, wer

nach Beschluss des Curstoriums bestimmt, durch eine sehr eigenartige Specielausstellung

ersetzt zu werden. Sie sollte die erste in einer Reihenfolge sein, welche eine bestimmte

Zeit- und Stilepoehe künstlerisch und culturgeschichtlich zu illustriren hatte, ohne dass

es geplant wer, die verschiedenen Epochen chronologisch ohne Unterbrechung aufeinander

folgen zu lassen. Als Anfang wurde das Mittelalter genommen, zusammenfassend die

en des romanischen und gothischen Stils, de iener für sich ellein nicht hinllnglich

Material wurde ergeben heben, zumel diesmal ulle kirchlichen Gegenstlnde ausgeschlossen

waren. Der Nachdruck wurde auf du Haus und seine Ausstattung gelegt, daher denn euch

das Unternehmen den Titel einer eAussKellung mittelalterlichen Heusrethsu erhielt. Leider

gelang es nicht, wegen der Schwierigkeit der BescheEung der Gegenstlnde die Ausstellung

 schon mit Anfang December zu eröffnen. Die Eröffnung verzogerte sich bis zur Mitte

des Monats, war aber alsdann mit einem vollstlndigen, mit einer historischen Einleitung

versehenen Kataloge begleitet, von welchem eine zweite, mit zahlreichen Nscbtrlgen

vermehrte Auflage nothig wurde.

Diese Ausstellung war grdlfer geworden als man erwartet hatte, dank dem großen

Interesse, das sie wegen ihrer Eigenertigkeit bei den Sammlern und Besitzern mittelalterlicher

 Gegenstände gefunden hatte. Sie nehm die beiden großen Slle VI und VII, sodann

zum großen Theil den Arcedenhof und im oberen Stoeke den Seel IX ein. Holsmßbel,

Metsllgegenstlnde, Glas und irdenes Geschirr, Zin-imer- und Knchengerathe und eine Pulle

kleinerer Gersthe in Kästchen, Etuis, Instrumenten, Leucbtern, Beschllgen u. s. w. fnllten

Raume und Glaskasten. Insbesondere wer die Gothik in einer Weise vertreten, wie es

bisher niemals gesehen, auch vielleicht anderswo unerreichbar gewesen wlre. Die Direction

des Museums ist defnr allen Sammlern und Sammlungen, deren Namen der Katalog eufweiset,

 wie immer zu lebheftestem Denk verpflichtet. Selbstverstlndlich, wie es euch

nicht beabsichtigt wer, konnte die Ausstellung nicht mit Ende des Jahres 1892 geschlossen

werden, sondern ging in des gegenwirtige Jahr 1893 für weitere zwei Monate hinüber.

Von den Beschickungen fremder Ausstellungen, welche im Laufe des Berichtsjehres

nach Gewohnheit stattfanden, muss insbesondere diejenige in Paris hervorgehoben werden,

welche im Palais de l'Industrie von der dortigen Gesellschaft zur Beforderung der

decoretiven Künste veranlasst war. Sie war beabsichtigt als eine umfassende internationale

 Ausstellung weiblicher Kunsterbeiten. Als von Seite des Leiters die Auffordenmg

 en den Director des Oesterr. Museums ging. sich der Sache dieser Ausstellung

anzunehmen, erachtete derselbe es für eine gute Gelegenheit, die in Wien und überhaupt

in Oesterreich so weit vorgeschrittene weibliche Handarbeit einmal auf dem Weltmarkt:

zur Darstellung und zur Anerkennung zu bringen. Diese Absicht fend die Zustimmung

des Ministeriums für Cultus und Unterricht, mit dessen Hilfe denn die Arbeiten der

Kunstgewerbeschule, soweit sie von weiblichen Hlnden entstanden, diejenigen des Spitzencurses,

 der Fschschule für Kunststickerei und der Schule des Freuenerwerbvereines in

Paris zur Ausstellung gelangten. Wie allseitig anerkennt und von der französischen und

deutschen Presse bestetigt wurde, wer der Erfolg ein sensationeller. Die Absicht zeigte

sich_elso erfüllt. Wir hatten die beste Gelegenheit zu sehen. dass wir bei unseren langjlhngen

 Bestrebungen für die Hebung der weiblichen Handarbeit vollkommen auf richtigem

 Wege gewesen.

Wes sich sonst im Laufe des Jahres Erwlbnenswerthes zugetragen, davon geben

die einzelnen Abtheilungen unseres Jahresberichtes genaue und sachliche Kunde.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.