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MAK

Full text : Jahresbericht (1893)

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Hierauf überreichte das Präsidium des Wiener KunsigewerbcaVereins, bestehend

aus den Herren kais. Rath Hanusch, kais. Rath Commerzialrath Gstettner und

Dr. Leisching, die von letzterem verlesene Adresse samint der vom Wiener Kunstgewerbe-Verein

 aus Anlass der Jubiläumsfeier gestifteten Medaille. Die Adresse hatte

folgenden Wortlaut:

Euere kaiserliche und königliche Hoheit!

Durchlauchtigster Herr Erzherzog!

Das Jubiläum des fünfundzwanzigjahrigen Bestandes der durch die Allerhochste

Gnade Seiner kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät des Kaisers auf

Anregung Euerer kaiserlichen und königlichen Hoheit errichteten Kunstgewerbeschule

des kaiserlich königlichen Qestctreichischen Museums für Kunst und Industrie ist dem

Wiener Kunstgewerbe-Vereine ein freudiger Anlass, der Beziehungen zu gedenken,

welche das österreichische Kunstgewerbe mit dieser Schule verknüpfen. Ueberall,

wo wir es in patriotischem Stolze seine schönsten Blüthen entfalten sehen, müssen

wir unsere Gedanken voll Dankbarkeit zu der Anstalt zurücklenken, welche im Vereine

mit dem Oesterreichischen Museum den Grund zu dieser reichen Entwicklung gelegt hat.

ln unermtidlichem Eifer wirken hier die ersten Kräfte als Lehrer und führen

eine Fülle von jugendlichem Streben, von Talent und Fleiß auf die rechte Bahn

künstlerischer Erfolge. Verlassen die Schüler die Anstalt, so tragen sie, auferzogen

in den Grundsätzen einer immer auf's Neue bewahrten künstlerischen Tradition,

theils ausübend ihr Können in's wirkliche Leben, theils bilden sie als Lehrer in

allen Gauen Oesterreichs neue Jünger heran.

Mustergiltige Vorbilder, glücklich concipirt und den praktischen Bedürfnissen,

wie den ideellen Ansprüchen trefflich angepasst, finden von der Schule den Weg in

die besten Werkstätten des Reiches.

Der Geschmack des Publicuiris, geläutert durch solche Muster, verlangt immer

einmüthiger nach künstlerisch werthvoller Gestaltung und unterstützt so das kraftvolle

 Aufstreben, das seine Wurzeln in der Kunstgewerbeschtile hat, immer neues

Leben, neue Anregung aus ihr schüpfend.

So steigerte sich in stets erneuter Wechselwirkung das Können und Schaffen,

und immer siegreichcr erwies sich während dieses Vierteljahrhunderts die segensvolle

Leistungskraft der Kunstgewerbeschiile.

Das Jubilaum, welches diese Schule heiite begeht, ist für das gesammte Kunstgewerbe

 Oesterreichs ein Fest der Freude und der Dankbarkeit. Unser Verein, der

seiner Theilnahme an der Feier ein äußeres bleibendes Zeichen zu verleihen wünschte,

glaubte dies am besten durch Prägung einer Medaille zu thun. Es war nur selbstverständlich,

 dass die erste dieser Medaillen mit Zustimmung Euerer kaiserlichen

und königlichen Hoheit der Kunstgcwerbeschule verliehen wurde, als Ausdruck der

Dankbarkeit und der vollsten Würdigung und Anerkennung ihrer segensreichen

Wirksamkeit seitens derer, welchen diese Schöpfung in erster Linie zu Gute

gekommen ist.

Der Wiener Kuristgewerbe-Vercin, welcher sich auch hier als der berufene

Wortführer des ganzen Standes in Oesterreich betrachten darf, spricht bei dem

heutigen feierlichen Anlasse aber vor allem auch Eiierer kaiserlichen und koniglichen

 Hoheit. als dem hohen Protector der in diesem Hause vereinigten Institute,

erneuert unterthanigen, innigen Dank aus für die gnädige Fürsorge, welche Euere

kaiserliche und königliche Hoheit dem Kunsrgeiverbe seit der Wiederbelebung desselben

 in unserem Vaterlande allzeit zu Theil werden ließen.

Euere kaiserliche und königliche Hoheit haben Ihre Hand stets schützend

über dieses Haus gehalten, in welchem Alles, was im österreichischen Kunsrgewerbe

gut, erfreulich und muatergiltig ist, seinen Ursprung hat.

Dein unausloschlichen Danke hiefür Ausdruck zu geben, ist den Kunstgewerbe- l

treibenden Oesterreichs Ehrenpfiicht und Herzensbedürfniss, und sie vereinigen sich

in dem begeisterten Rufe: Gott schütze Euere kaiserliche und königliche Hoheit

und das ganze kaiserliche Haus!

Wien, am 9. October 1893.

Der Wiener Kunstgewerbe-Verein.

(Folgen die Unterschriften.)

Se. k.,und k. Hoheit der durchlauchiigste Herr Protector Erzherzog Rainer

erwidertediese Ansprachen mit folgenden Worten:

Gerne bin ich heute hier erschienen, um mit Ihnen, meine Herren, den

agjihrigen Bestand der Kunatgewerbeschule des Oesterreichiiichen Museums zu feiern.

Es gereicht mir dies zu um so größerer Freude, als ich als Protector des Oester-
            
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