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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 7)

w,

Lapo zurückgefuhrten Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erhalten

haben, während die spitzbogigen Fenster mit mässigem Schmuck, die

bescheidenen Gesimse und Zinnen den Erneuerungen des Agnolo Gaddi

oder Neri di Ficravanti vom Jahre 1345 angehörenÜ. An malerischer

Wirkung übertrifft den Eindruck der ernsthaft schlichten Facade der prächtige

 Hof, dessen Freitreppe in die nunmehr wieder geöffnete und mit ernenertem

 herrlichen Wandschmuck gezierte Halle des ersten Stockes mündet.

Mit den offenen, ebenfalls durch farbige Wappen und Arabesken decorirteu

Bogengängen des Erdgeschosses, die Wände über den Arkaden und längs

der Treppe bedeckt von den meist trefflich sculptirten YVappen der Potestäfs,

 dürfte ihm kein ähnliches harmonisch-ernstes Denkmal mittelalterlichen

 Profanhaues zur Seite stehen, als etwa der Hof der Meissner Albrechtsburg.

 Hervorzuheben ist, dass die Restauration in jeder Beziehung

mustergiltig heissen darf. Architekten von Fach bestätigen dies bezüglich

der baulichen Ausführungen, für die decorative llrlalerei kann der Schreiber

dieser Zeilen versichern, dass der Unterschied der ächt erhaltenen Theile

mit den Erneuerungen kaum zu verfolgen ist. Man hat den bei uns so

oh ausser Acht gelassenen, einzig richtigen Grundsatz befolgt, die farbige

Decoration so herzustellen, als wäre sie verhältnissmässig wohl erhalten,

d. h. mit dem Ton des Alters, nicht als wäre sie neu. Dem letzteren Verfahren

 verdanken wir die bei aller Stilgerechtigkeit unerträglichen bunten

Veranstaltungen zahlreicher mittelalterlicher deutscher und französischer

Bauwerke; hier hat man die Farbe der restaurirten Theile genau nach

dem gedämpften Ton der erhaltenen Reste gestimmt und der durchgehende

in Fresco ausgeführten Malerei durch Ueberziehen mit einer bräunlichen

Milchfarbe eine vortredliche Patina gegeben, welcher selbst die durch

leichtes Abreiben mit Sandpapier hervcrgebrachten Bisschen und Sprünge

nicht fehlen. Der Leiter sämmtlicher Decorationsarbeiten , Ferdinando

Segoni , hat so der Arbeit des Architekten, Commre. Francesco Maz zei,

eine für jeden Kunstfreund wahrhaft erfreuliche Vollendung verliehen.

Die Schätze des Museums selbst sind leider noch nicht kntalogisirt,

die nachstehenden an Ort und Stelle gemachten Notizen wurden freundlichst

 durch ein Mitglied des Comitefs, Herrn Campani, von der Direction

 der Ufficien-Gallerie, so weit nöthig ergänzt.

Die Erdgeschosshallen werden nach und nach die wichtigsten Scul pturen,

 welche bei der bevorstehenden Aufhebung der Klöster, bei der

unvermeidlichen Zerstörung von Palästen etc. heimathlos und schutzlos

werden, beherbergen. Unter den bereits aufgestellten Werken sind zwei

Früh-Renaissance(Brunnenschalen und ein grosses farbig glasirtes Relief

der Geburt Christi von Giovanni Andrea della Robbia (bez. 1521) be-')

 Die ausführlichen Untersuchungen über die Baugesehichte und den Widerspruch

von VßsarPs Nachrichten mit den urkundlichen Beweisstücken s. in Pas serini L. Del

Pretorio di Firenze; Hrenze 1866, 8. S. 17 und Uccelli. G. B. H, Pglnzzu de] Pobegßg,

Etid. 1863. S. 190. fg.
            
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