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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 7)

achtenswerth. Die olfene Halle des ersten Stockes bildet den Eingang zu

dem mächtigen durch beide Stockwerke reichenden Saal des Consiglio,

dessen gewaltige Höhe Raum für vier Stockwerke eingebauter Gefängnisse

bot; hier soll der kolossale David des Michel Angele, dessen Marmor an

seinem jetzigen Platze vor dem Palazzo vecchio allerdings von Regen und

Frost zu leiden hat, seine Aufstellung finden, während ihn dort eine Bronze-Ccpie

 ersetzen wird.

In den Hauptsaal des ersten Stockwerkes eingetreten, welchen das

Wappenschild des Herzogs von Athen iibeln Angedenkens als WVanddecoration

 auszeichnet, finden wir in grossen Glasschränken die kostbaren

 Ma olike n aus der Erbschaft des Hauses della Rovere (ehemals

 im Cabinet der Cameen in den Uflicien) aufgestellt, deren Schönheit

und Seltenheit die nicht zahlreiche Sammlung zu einer vom ersten Bange

macht. Hier namentlich ist das graziöse leichte Ornament im Stil der

Thermen-Decoration trefflich vertreten, das nach unserm Gefühl an stilistischem

 Werthe die gesammten historischen Compositicnen jener begabten

Kunsthandwerker weit übertrifit. Diesen bekannten Arbeiten reihen sich

ältere und neuere Majoliken aus den Sammlungen von William Spence

und des Marchese Ferdinando di Breme an; unter den Terracotten-Modellen,

 _welche sich in diesem Saal finden, heben wir ein mit grösster

Wahrscheinlichkeit als Verrocchio zu bezeichnendes hervor, die zwei Gestalten

 eines Kriegers und Henkers aus einem Relief von dem überaus

interessanten Dossale des h. Johannes (in der Opera des Domes). Der Besitzer

 ist Dr. Aless. Foresi. Aus einer andern namhaften Privatsammlung

des Prof. Emilio Santarelli rührt die hyper-geniale Thonskizze eines

Flussgottes her, deren Urheberschaü an Michel Angelds Namen geknüpft

 wird.

Unmittelbar an diesen Saal stösst die Capelle, deren seit 1841 von

der Tünche belreite Wandmalereien das vielbesprochene Dante-Bildniss

enthalten. ß Ein Schrank mit gestickten Messgewiindern des 15. Jahrhunderts

 -- sehr interessante Arbeiten nach Zeichnungen eines guten Meisters

der Florentiner Schule - und zwei reich verzierten Bischofstäben hat hier

seine passende Aufstellung gefunden; der Ersatz des jetzt verschwundenen

Altars ist bereits ins Auge gefasst. Den an den Hauptsaal anstossenden

Wachtsaal nehmen die Sammlungen von kleinen Metallgeräthen, Eisenarbeiten

 und Gläsern des Dr. Marco Guastalla, mehrere mit den

bekannten zierlichen Elfenbein-Metallmustern eingelegte Schränke

und eine ansehnliche Reihe von Bronze -Medaillen des 15. und 16. Jahrhunderts

 ein; das darauf folgende Eckzimmer, dessen Wanddecoration ein

besonders glücklich componirtes Tapetenmuster von Wappen und Netz-Bandwerk

 bildet"), ziert jetzt eine aus dem Dom von Cerbone stammende.

umfangliche Glasmalerei des 16. Jahrhunderts; den reichsten Genuss aber

9) Nach Aufnahmen des Architekten Gunnth publieirt in der Jhvrerbehalle" 1864.

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