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Seite gestellt werden; für die Art, wie namentlich Türkisen verwendet
werden, können sie nicht genug stndirt werden. Ein Nebeninteresse bieten
alle diese Gegenstände noch dadurch, als wir, was bei Werken orientalischer
Kunst schwer ist, einigermassen ihr Alter bestimmen können, indem
sie schon in den lnventaren vom Anfang des 17. Jahrhunderts erwähnt
werden.
Unter den feineren Arbeiten der europäischen Goldschmiedekunst
zeichnen sich eine Anzahl Rosenkränze aus, s. g. Zehenter, wie sie die
Mitglieder des Ordens zu gebrauchen pflegten, welche aus zehn oder elf
Kugeln bestehen und an einem Ringe, der sich am Ende der Schnur befindet,
am Daumen getragen wurden, zierlich vollendete Werke des 16. Jahrhunderts;
ferner ein paar Forgo (ungarischer Hutschmuck) mit kleinen,
emailhedeckten goldenen Figuren, und eine Anzahl kleinerer, höchst reizend
ausgeiiihrter Gegenstände von edlem Metall und Steinen, die man
heute als Nippsachen bezeichnen würde, alles Arbeiten derselben Zeit.
Ihnen schliessen sich eine Reihe Gefasse von Jaspis, Achat, Onyx, Nephrit
u. s. w. mit reizenden Goldfassungen an. Unter den grösseren Arheiten
der Renaissance leuchtet vor allem ein Pocal, welcher noch der
ersten Hiillie des 16. Jahrhunderts angehört und in kunstvoll getriebener
Arbeit auf allen Theilen eine Reihe von Ereignissen aus der Geschichte
Kaiser Karl's V. in reichen iigilrlichen Darstellungen enthält. Es dürfte
in jedem Falle eine der merkwürdigsten und bedeutendsten Goldschmiedearbeiten
jener kunstreichen Zeit sein. Ihm zur Seite treten eine Reihe
anderer Weinkannen und Trinkgefasse des 16. Jahrhunderts, theils Meisterv
stücke in Bergkrystall mit Gold- und Silberfassung und Emailverzienmg,
theils durch ihre eigenthiimliche Form und Behandlung bemerkenswerth,
indem sie Thiere, wie Hunde und Hirsche, darstellen, theils aus Cocusschalen
und Strausseneiern gebildet, wie sie die Goldschrniedekunst jener
Zeit in Silber zu fassen und als Trinkgefasse zu benützen liebte. Von
Krystall, welches die heutige antiquarische Liebhaberei so hoch zu schätzen
pflegt, ist besonders ein ganzes Essbesteck mit zwei mächtig breiten Vorlegcmessern,
an dessen sämmtlichen Gegenständen die Grille von dem genannten
Mineral bestehen. Zur Zierde der Tafel sind noch eine Reihe
Schalen, Salzfässer und andere Geräthe vorhanden, welche im wirklichen
Gebrauche der Hochmeister standen; neben ihnen noch zwei Silberschslen,
allerdings reine Ziergeräthe, welche in ihrem Innern mit kupferstichartigen
Nielloarbeiten verziert sind, zwei religiöse Gegenstände nach Bassano,
gravirt von Theodor de Bry, in ihrer Art ganz ausgezeichnete Arbeiten.
Allen diesen Werken der Renaissance gegenüber sind die Gegenstände
aus dem eigentlichen Mittelalter, welche im Schatz einst zahlreich
vorhanden waren, heutzutage an Zahl und Werth nur unbedeutend. Doch
heiinden sich einige nennenswerthe Gegenstände darlmter, wie z. B. eine
Deutsch-Ordenskette aus dem 15. Jahrhundert mit dem Bilde der h. Maria
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