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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 9)

JPÄ

und ein Kelch des 14. Jahrhunderts, in dessen Knauf und Fuss silberne

Emailplatten eingefügt sind, von jener durchsichtigen Art, die man gewöhnlich

 als Reliefemail bezeichnet, weil die Zeichnung auf die darunter liegende

Silber-platte in einem änsserst Hachen Relief gravirt und ciselirt ist. Auch

ein kleines Triptychon mit goldenen Figürchen in Hochrelief. - Von bemerkenswerthen

 Arbeiten der späteren Zeit dürfte ein Reliefbild von Silber

mit der Reiterügur des Hochmeisters Erzherzogs Maximilian zu nennen

sein, und eine kleine Standuhr n1it durchbrochenem Gehäuse und emailverziertem

 Zifferblatt und getragen von einem silbernen Herkules, welche

ihren Platz auf dem Tische des genannten Hochmeisters zu haben pflegte,

sowie besonders ein grosses silbernes und vergoldetes Becken und dazu

gehörige Kanne mit reichem getriebenen Bilderschmuck, welche beiden

Gegenstände durch den Hochmeister Johann Eustach von Westernach

an den Schatz gekommen sind. Eine zweite grössere Standuhr mit liegenden

 Zilferblättern von kunstvoller Mechanik zeichnet sich noch durch

den feinen getriebenen Blätter-schmuck aus. Endlich wollen wir eine grosse

Zahl von Filigrangefässen nicht übersehen, darunter ein paar Körbe oder

Schalen von kolossaler Grösse.

Die Sammlung antiker Glasfragmente im Museum und ihre

Bedeutung für die heutige Glastechnik.

Das März-Bett der „Mittheilungeü brachte in Bezug auf die im

Museum aufgestellte Sammlung antiker Glasfrugmente eine Uebersicht der

Glastechnik im Alterthum. Wir kommen heute noch einmal darauf zurück,

nicht in der Absicht, eine eingehende Erläuterung der Sammlung zu geben,

sondern vielmehr mit dem Wunsche, l. durch einen Ueberblick des

Planes, nach dem sie aufgestellt worden, und 2. durch Hinweis auf

einzelne Punkte, die für die heutige Glasteehuik nicht unwichtig erscheinen,

 Fachmanner zu genaueren Untersuchungen, wo möglich praktischen

 Versuchen zu veranlassen. '

Was zunächst die Aufstellung deriSammlung betritR, so ist diese

keine durchaus planmässige zu nennen. Eine solche wäre z. B. die Ordnung

 nach der einstigen Bestimmung und Form der Gefasse, nach dem

technischen Verfahren, welches sie schuf (oh gehlassen, gepresst oder gedreht

 u. s. w.). Dies wäre aber nur in wenigen Fällen möglich gewesen,

auch liegt hierin nicht die Bedeutung unserer Sammlung. Es wurde vorgezogen,

 so weit thuulich die Natur und Bereitung der Glasmasse

selbst, ohne Rücksicht auf das einstige Gefäss, zur Zusammenstellung

grösserer Gruppen zu benutzen. So ergaben sieh die Gruppen der mehrfarbigen

 Pasten, der Milleiioribildungen, der Petinetgläser u. a. m.

Wir sehen zunächst eine Zusammenstellung einihrbiger Glaspasten,

dann Beispiele von Ueberfangglas, eine Menge unverarbeitet gebliebener
            
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