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scheu Museum ausgestellt waren, ergänzten die dort vorhandenen Emailarbeiten
so glänzend und glücklich, dass es möglich ist; an diesen den
Gang der Geschichte des Emails zu verfolgen und alle seine Hauptarten
aus dem Studium der Werke selbst gründlich kennen zu lernen. Wir
wollen im Folgenden die Anleit1mg dazu geben und unterziehen uns
diesem Versuche um so lieber, als einerseits das Email zur schönsten,
reizendsten und edelsten Zierde der Kleinkunst und der Goldschmiedekunst
insbesondere gehört, und als andererseits nach langer Vernachlässigung
ihm auch von praktischer Seite heute wieder mehr Aufmerksamkeit
geschenkt wird. Diese moderne Wiedererweckung ist freilich, so sehr
sie als ein Gewinn zu betrachten wäre, nur noch ein schwacher Beginn.
Email ist ein mit Metalloxyden gefärbter Glasiiuss, der zur Verzierung
entweder auf Metall oder auf Thonwaaren angebracht wird; wir
haben es hier nur mit dem ersteren zu thun. Wer die Erfinder dieses
Metallschmelzes waren, welches Volk diese Kunst zuerst geübt hat, das
wissen wir nicht. Wieweit das Email überhaupt im Alterthum bekannt
war, auch das ist schwer zu sagen, da wir keine schrihlichen Nachrichten
davon haben und uns nur Vermuthungen aus keineswegs zutreffenden Beschreibungen
herauslesen müssen. Was sich erhalten hat, wie einige Gegenstände
ägyptischen Ursprungs, ist entweder spät, d. h. aus christlicher
Zeitrechnung, oder zumeist fraglich in Bezug auf Herkunü und Technik.
Die erste sichere Nachricht, welche wir über Email von den Alten
erhalten, stammt von einem Kunstkenner aus der Mitte des dritten Jahrhunderts
nach Christi Geburt, und diese Nachricht spricht von einer Kunst
der "Barbaren im Okeanos", farbiges Glas auf Metall zu giessen, und zwar
in einer Weise, dass wir daraus ersehen, diese Kunst war den Römern
und Griechen unbekannt. Vollkommen der Beschreibung entsprechende
Gegenstände, die unzweifehaR Email sind, finden sich auch in England
und im nördlichen Frankreich. Es sind Schmuekgegenstände, Brechen,
Fibeln und Pferdeschmuck barbarischen Ursprungs und von einigermassen
primitiver Technik, die sich aber klar erkennen lässt und dein späteren
Email ehamplevä am nächsten kommt. Aller Wahrscheinlichkeit nach
dürften desselben Ursprungs auch die ganz ähnlichen Emailgegenstände
sein, welche man auf den Stätten römischer Lager und römischer Ansiedlungen
gefunden hat und die man gemeiniglich für römisch ausgibt. Ein
paar kleine Gegenstände dieser Art, die, wenn wir nicht irren, in Ungarn
gefunden wurden, sind im Museum ausgestellt. Die meisten barbarischen
Völker hatten zur Zeit der Völkerwanderung und später noch zur farbigen
Verzierung ihrer Schmuckgegenstände anstatt des Emails eingesetzte
Glasstücke.
Die eigentliche Geschichte des Emails beginnt erst mit den byzantinischen
Sehmelzarbeiten. Woher diese stammen und wie früh sie
ihren Anfang nehmen, auch das ist dunkel. Vereinzelte Nachrichten, die