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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 18)

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endlich die formlosen, barbarischen Producte einer banausischen Kunst

versclxmähe und sich selber und Tisch und Tafel mit dem ziere,- was

wirklich schön, reizend und gefällig ist.

Neue Erwerbungen des österr. Museums.

Die Sammlungen des Museums haben in den letzten Monaten vielfache Bereicheruugen

 erfahren.

Die Abtheilung für Weberei ist vermehrt werden durch den Ankauf der

ldestrozischen Sammlung von Wiener Mustern. Die Firma "Brüder Mestrozi"

hat um die Einführung der Jaquard-Weberei in Wien die grössten Verdienste; die Sammlung

 der Muster, an 40.000 der Zahl nach, ist zugleich eine Geschichte des Geschmackes

jener Zweige der Weberei, die zwischen den Jahren 1790 und 1820 in Wien gepflegt und

von den Brüdern Mestrozi in glänzender Weise geübt wurde. Von Sltercn Webereimustern

 erwarb das Museum eine vortretfliche Haute-lisse-Weberei von Arras (Arrnzzo),

aus der Blütheleit der berühmten Manuflsctnr, der Regierungszeit Karls des Kiihnen, letzte

Hälfte des XV. Jahrhunderte, und eine interessante Stickerei des XVII. Jahrhunderte

auf einem h jonr gearbeiteten Netz von Silberdraht.

Die Abtheilung für Goldschmiedearbeiten wurde durch zwei Niellen

bereichert, Florentiner Arbeit des XV. Jahrhunderts. Es sind dies die ersten älteren

Niellen, welche Eigenthnm des Museums wurden. Die zwei Silberplatten, je 2" 9'" hoch,

8'" breit, sind mit dem Mediceischen Wappen und dem Monogramm C. M. D. F. versehen,

aus dem man entnimmt, dass die Esshestecke der Catharinu von Medicis gehörten. Die

Zeichnung der Ornamente auf den niellirten Feldern ist von höchster Eleganz, selbstverständlich

 im Style der Renaissance.

Die Abtheilung für Holzschnitswerke wurde durch eine Anzahl von Holzreliefs

 aus der Renaissaneezeit, XVL, XVIL und XVlIT. Jahrhundert, meist Arbeiten von

Vicenza, vermehrt. Diese Reliefs [7 Stück) sind s. g. frontamidi casse, Theile von Kästen,

welche als Hochzeitsgeschenke dienten und zur Aufbewahrung von Kleidern bestimmt

waren. Eine im Flachrelief gearbeitete Holztafel mit figuraler Darstellung aus dem XV.

Jahrhundert, die gleichfalls in das Eigenthum des Museums übergiug, hat ein ganz besonderes

 Interesse durch die auf ihr befindlichen Cestüune-Darstellungen.

Die cerauiisehe Abtheilung wurde vorzugsweise in der Rubrik „Alt-Wiener

Porcellan" vermehrt und zwar durch eine Sammlung von Formenmustern in weissem

Porcellan aus der aufgehobenen k. k. Percellnnfabrik. Ausserdem wurde ein Majolikateller

 von Capo di monte vom Jahre 1650 und ein deutscher Apostelkrug aus dem Jahre

1635 erwerben.

Die Abtheilung für Papierrnueter wurde durch eine Anzahl von gedruckten

und gemalten chinesischen Papieren (Geschenk des Ben-n Fr. v. Frauenfeld) und durch

eine ganze Sammlung von französischen Papiermustarn aus dem Ende des verflossenen

Jahrhunderts vermehrt.

Die Knnstblltter-Sammlung wurde durch eine Anzahl von Zeichnungen nach

den Krystallgefiissen der Schatzkammer, ausgeführt von Herrn Teirich, und eine Reihe

von Copien von Initialen und Miniaturen, welche nach den Manuscripten der kais. Hofbibliothek

 unter der Leitung des Herrn Schiinbrunner angefertigt wurden, vermehrt.

Eine wesentliche Bereicherung erfuhr die Ornamentstich-Snrnmluug durch

Ankauf einer nicht unbedeutenden Anzahl von Ornamentstichen. darunter auch mehrerer

seltener Blätter, von denen einige in den zwei gröasten ößeutlichen Kupferstichsarnxnlungen

fehlen. In den nenerworbenen Blättern ist unter anderem die deutsche Schule durch

M. Schön, Wohlgemntb, Aldegraver, Brentel, Mair, B. Zan; die französische

 durch Bayvin, Bencher, Prevost, Gillot, Watteau, die Schule von Foutainebleau;

 die niede rländiache durch G. Bosch, A. Claez, L. v. Leyden. Abraham

Heck; die italienische durch Ag. Venesiano, Enea Vico, Bonasone, Marc-Autonio

 Baimondi. A. Schiavone, M. Tesi vertreten.

Von interessanten älteren Büchern, welche für die Bibliothek erworben wurden,

erwähnen wir: Du Cerceau, seltene Lecnns de perspective. Paris 1576; C. Perret,

Exercitatio alphabedca, 1569; J. Ammau, Kunstbuch, 1580, u. A. m.

Die Sammlung von Gypsgiissen erfuhr eine Bereicherung durch den Abguss

von sieben Krystallgefissen aus der besten Renaissancezeit. Die Abformung

dieser Prechtstiicka geschah mit ganz besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der

Gewerbeschulen und der Fabriken, denen es bekanntermaßen an Vorlagen ven Gefaasen

aus der guten Renaissance fast ganz fehlt und die häufig genöthigt sind, desswegen nach
            
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