"E". MITTHEILUN GEN V1?"-Zweiter
Jahrgang. du 15. Mai 1867.
k. k. österr. Museums für Kunst ä Industrie.
(Honatschrift für Kunst 8a Kunstgewerbe.)
(Am 15. eines jeden Monats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr 3 {L ö. W.
Radmteur Dr. G. Thu. Expedition von C. GerolrPu Sohn. Man sbounirt im Museum, bei
C. Gemldb Sohn, durch die Postnnstalben, aowie durch alle Bnch- und Kunnthnndlnngeu.)
l n n 1h: England: Kalnsündullrle. - Dr. Cxerufs Vorluuugm mm- m Phyllologis der Fubem- Kleinen
Alinheilungen. - Kunublinzerunmmlnng.
Englands Kunstindustxie.
Kein Land wird auf der diesjährigen Weltausstellung mit so grosser
Aufmerksamkeit betrachtet, als England. Es zeigt den grössten Fortschritt,
hat relativ am Besten und zugleich in sehr praktischer Weise ausgestellt.
Sein Katalog ist zuerst fertig geworden. zugleich in den vier
grossen Cultursprachen Europe's - englisch, deutsch, französisch und itelienisch
- erschienen und versehen mit einer Einleitung, in welcher nicht
nur die Resultate der Weltausstellungen von 1851, 1855, 1862 in statistischen
Uebersichten zusammengestellt, sondern auch werthvolle Daten über
die Bewegung der englischen Kunstindustrie in den letzten Jahren gegeben
werden. Wir theilen diese Nachrichten meist wörtlich nach dem
englischen Berichte mit Rücksicht auf jene Zweige der Kunstindustrie mit,
welche die Leser unseres Orgaues am meisten interessiren dürften.
Kein Zweig der englischen Industrie hat von den internationalen
Ausstellungen grösseren Nutzen gehabt, als der der Kunsttischlerei.
Bis zum Jahre 1851 wurden in der Vorfertigung von Hausmöbeln verhältnissmässig
wenig Fortschritte in England gemacht; aber seit jenem Zeitpunkte
hat sich eine entschiedene Verbesserung bernerklich gemacht,
nicht allein in Bezug auf die Oekonomie der Arbeit, sondern auch in
Zeichnung und_Orna.mentirung. In den letzten fünfzehn Jahren hat eine
grosse Veränderung in der innelen Ausschmückung der Vllohnhäuser der
höheren und mittleren Gesellschaßsclassen stattgefunden, und es kann kein
Zweifel darüber bestehen, dass die Zunahme der ästhetischen Erziehung
eine noch vermehrte Production und Würdigung von Gegenständen herbeiführen
wird, welche die drei Erfordernisse eines guten Möbels vereinigen:
Schönheit der Zeichnung und Ornamentirung und Vortrefflichkeit
der Arbeit. London beschäftigt gegenwärtig (mit Ausnahme der
Arbeiter) in den Branchen der Kunstmöbelindustrie 812 Kunsttischler,
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