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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 23)

können) wegdenken, so wird es so eine Wurst, dass es unmöglich für ein Museum schön

aussehen kann. Es hat namentlich ein Mitglied der Stadterweiterrnngs - Commission

darauf hingewiesen, dass sich der Gemeinderath mit aller Energie dafür verwenden soll,

um zu verhindern, dass das Museum auf diesen Platz zu stehen kommt, und um sich eine

rechte Anschauung davon zu machen, wurde der Vorschlag gemacht, fir den Fall, als das

Ministerium den Platz genehmigen würde, und der Platz, der uns von Sr. Majestät für

eine provisorische Gartenanlage überlassen wurde, uns genommen werden würde, eher ein

Holzgeriiste auf die Höhe des Museums zu errichten, um deutlich dem Publicum und dem

Gemeinderathe zu zeigen, wie es aussehen wird, wenn das Museum dorthin kommt. Uebrigens

 ist die Stadterweiterungs-Commission nicht Vertreter des Museums, wir sind warme

Vertreter unseres Parkes und haben alles Mögliche gethan, um diese Cslamität von demselben

 fern zu halten. Ich bitte aber, dabei nicht etwa zu glauben, dass wir vielleicht

Gegner des Museums sind, oder die Bücksichteu für das Museum, oder die Wichtigkeit

desselben für Kunst und Industrie nur einigermassen vergessen oder hiutansetzen.

Wir haben also gedacht, wir werden dem Ministerium das Innern selbst Vorschläge

machen, auf welche Weise diesem Uebelstande abgeholfen werden kann, indem wir auf

mehrere Plätze hinweisen, namentlich auf zwei, wo die Interessen des Museums besser

gewahrt sind, als auf dem vorgeschlagenen Platze, weil die Plätze, die wir in Vorschlag

bringen, gross genug sind und vollkommene Quadrate bilden.

Den einen dieser Plätze hat auch schon die kais. Stadterweiterungs-Commission in

Erinnerung gebracht, und der ist unmittelbar an der verlängerten Wollzeile links,

wo sich der grosse Exercierplutz befindet, nämlich ein Theil dieses Platzes vis-h-vis der

Fronte der dort stehenden Häussrreihe. Es wird dadurch die nicht sehr schöne Kaserne

etwas verdeckqman bekommt ein reguläres wunderschönes Viereck und deriPlatz ist so gross,

dass er noch hinreichend für die Exercitien des dortigen Militärs verwendet werden kann.

Das Bedenken, welches wegen der Nähe der Kaserne hinsichtlich der Ruhe ausgesprochen

 wurde, dieses Bedenken existirt v s ebenfalls, also die Unruhe diirtle nicht

abhalten, weil sonst auch der Platz gegenüber nicht entsprochen hätte. Der Referent der

kais. Stadterweiterungs-Commission hat auch diesen Platz zur Genehmigung Sr. Majestät

vorgeschlagen und es liegt noch im Kriegsministerium, ob man auf die Abtretung dieses

Platzes eingehen wird. Man hat es auch nicht für unwahrscheinlich gehalten, dass dieser

Platz zu einem Museum für Kunst und Industrie abgetreten werden könnte.

Der zweite Platz, den ich mir aber erlaube in Vorschlag zu bringen, ist unmittel"

bar vor dem Schottenthor, nämlich der Platz vis-a-vis den Oelzelfschen Hiiusern.

Dieser Platz misst noch mehr, als das Museum beansprucht, er ist vollkommen regulär,

und seine Figur ist eine solche, dass sich auf diesen Platz ein hübsches Gebäude hinstellen

 lässt, Uebrigens glaube ich, da die äusseren Glacisgriinde noch so wenig verbaut

sind, dass sich noch mancher Platz finden diirfte, um ein Museum für Kunst und Industrie

hinzustellen und namentlich dem Antrags des Herrn GR. Schrank gerecht zu werden,

der Ihrer Stadterweiterungs-Commission vollkommen begründet erscheint; denn es lässt sich

schwer denken, dass ein solches Museum, welches in einer solchen Entfernung von den

anderen Museen hingebaut werden soll, mit Nutzen bestehen kann; es lässt sich auch

schwer denken, dass ein solches Museum, welches doch von den Industriebezirken am

meisten besucht wird, so entfernt von denselben hingebant werden soll.

Es ist zwar wahr, dass mir eingewendet werden wird, dass dieser Platz ebenfalls

etwas entfernt ist - aber er ist doch etwas näher, als der bei der Stubenthorbriicke.

Denn die Industrie in Wien ist auf der Landstrasse und in der Leopoldstadt am geringsten

 vertreten.

Ich bin selbst ein Vertreter der Leopoldstadt; bei uns ist mehr der Handel zu Hause,

aber die Industrie als solche, namentlich die Industrie, die des Museums bedarf, das sind

industrielle Gewerbe, bei denen Zeichnungen, Muster nothwendig sind, eine solche

Industrie haben wir in der Leopoldstadt in einem geringen oder gar nicht nennenswerthen

 Masse.

Ich empfehle daher auf das wärmste den Antrag des GR. Dr. Schrank. Das

Museum für Kunst und Industrie wird übrigens noch auf vielen freien Plätzen Baum

finden, insbesondere, wenn mm ihm einen geben will. Beherzigen Sie die einzige freie

Seite des Stadtparkes.

Ich empfehle Ihnen den Antrag der Stadterweiterungs-Commiesion.

GB. v. Wertheim. Nach diesem sehr detuillirten Expose des Herrn Referenten

ist es mir schwer, mit einem ähnlichen ausgedehnten Berichte vor Sie zu treten, weil Ihre

Aufmerksamkeit nicht mehr vorhanden sein diirße.

Ich für meine Person kann Ihnen nur sagen, ich spreche zwar hier als Gemeinderatb,

 kann mich aber dennoch nicht der Eigenschaft als Curator des Museums entkleiden,

und ich bin daher über diesen Gegenstand sehr genau informirt.
            
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