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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 23)

aus

Das k. k. österr. Museum für Kunst und Industrie, mit dem eine

G psgiesserei in Verbindung gebracht ist, hält es daher, trotz der sehr

erheblichen Kosten, die hierdurch erwachsen würden, für seine Pflicht,

die Herstellung solcher Abgüsse zu veranlassen und hat mir das Curatorium

 dieser Anstalt in seiner Sitzung vom 11. d. M. die Durchführung

dieser Angelegenheit auf das Warmste empfohlen. Ich erlaube mir demnach,

 an Ew. Hochwohlgeboren die Bitte zu richten, hochgeehrter Herr

Bürgermeister wollen sich im Interesse der Förderung der Kunst und

Kunstindustrie sowie in Hinblick auf die Verherrlichun der Verdienste

eines hochberühmten Vaterländischen Künstlers gütigst estimmt finden,

die Abformung der Donnefschen Brunnontiguren auf dem Neumarkte zu

gestatten, wobei ich bemerke, dass die Abgüsse an Ort und Stelle gemacht

 und hierbei die Figuren nicht vom Platze gerückt werden würden.

Schliesslieh glaube ich die geneigte Aufmerksamkeit Ew. H. darauf hinlenken

 zu sollen, dass durch die erfolgte Gestattung des vorliegenden

Ansuchens in dem Falle, als ein Ab uss der Brunneniiguren in Erz beabsichtigt

 werden sollte, das Museum m die angenehme Lage versetzt sein

würde, dem löblicben Gemeinderathe die dazu nöthigen Formen in Gyps

zur Verfügung zu stellen."

Das vorstehende Schreiben wurde vom Herrn Vice-Bürgermeister

Dr. Caj. Felder in einem an den Director des Museums gerichteten

Briefe, den wir hier mittheilen, beantwortet:

Euer Wohlgeboren!

Die in Ihrem verehrten Schreiben vom 24. v. Mts. Z. 201 mir eröffnete

 Absicht des löbl. Museums für Kunst und Industrie, von den Bleitiguren

 beim Donnefschen Bassin am neuen Markle Grypsabgüsse anfertigen

lassen zu wollen, kann ich nur mit Freude begrüssen, indem durch die

Realisirung dieser Idee den Verdiensten eines grossen Vaterländischen

Künstlers, sowie auch den Interessen der Kunst und Kunstindustrie gerechte

 Förderung wird.

Der Gemeinderath der Stadt Wien hat die Schönheiten dieses Kunstwerkes

 wohl anerkannt und zu deren weiterer Erhaltung eine umfassende

Renovirung des genannten Bassins beschlossen.

Nachdem diese nun jetzt eben vorgenommen und im Laufe der

nächsten Woche der Brunnen abgeplankt werden wird, so düfte dies der

für das löbl. Museum geeignetste Zeitpunkt zur Vornahme der Gypsabgiessung

 sein und ich erlaube mir Ew. Wohlgehoren dies mit dem Bemerken

 zur Kenntniss zu bringen, dass das Stadtbauamt, mit dem sich

Ew. Wehlgeboren gefälligst in's Einvernehmen setzen wollen, beauftragt

ist, das verehrte Museum für Kunst und Industrie in seinem Vorhaben

nach Möglichkeit zu unterstützen.

Empfangen Ew. Hochwohlgeb. etc. etc.

Dr. Felder,

Vice - Bürgermeister.

(Neu erworbene Sllekmustrrbüeher.) Zu den grössten Seltenheiten gehören

die Stickmusterbiicher von iiltercm Datum. Es ist uns gelungen, für unsere Bibliothek

eine Anzahl von Stickmusterhüchern der Art zu erwerben. Sie enthalten eine Fundgrube

von prachtvollen Mustern, die heutzutage praktisch sehr gut verwsrthet werden können,

und sind zum grossen Theile Ilnirn.

Wir tlieilen diesmal den Katalog derselben mit, lind gedenken seiner Zeit diese

Stickmusterbücher in ähnlicher Weise zu verwsrthen, wie es im verflossenen Jahre mit

Siblnachefs Stickmusterhvich (herausgegeben vom iisterreich. Liuseum bei C. Gerold) geschehen

 ist.
            
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