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sind. Dieses Genre, worin ehedem die Fabriken von Meissen und Wien gross waren, ist
aber heute ein wenig veraltet und insoferne mit einigem Recht vernachlässigt, als solche
Gegenstände sich nicht dem Gebrauch empfehlen.
In allen diesen Dingen, worin Schweden der Mode folgt, steht es auch hinter der
Mode, und die lsolirtheit seiner Lage wird auch wohl an dieser Stellung nichts ändern
lassen. Es birgt aber genug der eigenthümlichen, althergebrachten Kunsteleinente so wie
der vorzüglichen Materialien in sich, um es mit Benützung seines Alterthums und seiner
nationalen Kunstelemente und mit rechter Verwendung seiner Stoffe (von künstlerischer
Verwendung seines vorzüglichen Eisens haben wir so gut wie gar nichts entdecken können)
zu einer eigsnthümlichen Kunstindustrie, wenigstens zu einer originellen Ausprägung der
herrschenden Richtungen zu bringen. In dieser Weise dürfte es selbst auf Export rechnen
und brauchte den Import nicht zu fürchten.
Eine ganz andere Stellung als Schweden nimmt Dänemark in der Kunstindustrie
ein. Hat Schweden sich noch eine grosse Menge nationaler Elemente bewahrt, so hat
Dänemark sie vollkommen alle abgestreift. Seine Kunstindushie erscheint im Gcgentheil
völlig modern, völlig ein Kind unserer Zeit, ohne aber dabei Nachahmung der französischen
Mode zu sein, oder ihr, wie Andere, bedingungslos zu verfallen. Vor diesem Schicksal
scheint sie der Eintluss der Kopenhagener Kunstakademie, die Nachwirkung Thorwnldsens
und die Bemühungen seiner Schule bewahrt zu haben, was hier um so leichter möglich
war, als sich alle bedeutende Kunstindnstrie auf die eine Stadt, die Residenz, beschränkt.
Der genannte Einduss hat es sicherlich bewirkt - und das ist nur recht und billig -
dass in Allem, was Dänemark auf unserem Gebiete ausgestellt hat, ein Bestreben nach
edler Form und edler Ornainentsüon sich kund gibt, ohne sich dabei an das Griachenthum
zu binden.
Wir beben in dieser Beziehung zunächst die geschnitzten und eingelegten Holzmöbel
hervor, beide in ihrer Weise auf die Renaissance des 1G. Jahrhunderts zurückgehend. Diese
Arbeiten sind vorzüglich in der Construction, im geschnitzten Ornament, das mit wohliiberlegter
Bescheidenheit zur Verwendung gekommen ist, so wie auch in Zeichnung und
Färbung der Holzmusaiken. Auch schwarze Ebenholzkiisten mit eingelegtem künstlichen
Schildpatt in verschiedenen Farben sind als Cabinetstiicke zu erwähnen.
Mit diesen Möbeln auf gleicher Höhe stehen die Gold- und Silberarbeiten. besonders
Geiässe und Geräthe aus oxydirteni Silber, componirt in edlen und fein prolilirten Contonreu
mit den zierlicbsten Ornamenten und von vorzüglicher Ausführung. Auf diesem
Gebiete besonders zeugen von der Schule und der Schönheit Thorwaldsens Schilder in
oxydirtem Silber oder Platten mit erhabenen Figürchen, welche als Füllungen in Ebenholzklstchan
eingelegt sind.
Ebenfalls diesem Eindnss ist es zu danken, wenn die Thonfsbricntion eine edle Richtung
eingeschlagen hat. Es sind dahin die Nachbildungen antiker Gefiisse zu rechnen, die
gelnngenstsn, die uns noch von den zahlreichen Arbeiten dieser Art vorgekommen sind,
sodann zahlreiche Reliefs, die nach den reizenden Arbeiten Tborwaldsens nnd durch Anregung
derselben entstanden sind. Die Biscuitiignren nach Tborwaldsen sind uns aus den
Exemplaren im österr. Museum hinlänglich bekannt. Das Bestreben der Fabrik, aus der
sie hervorgegangen sind. die von Bing (ehemals die königliche und noch heute sogenannt),
ist überhaupt zu würdigen. Die Malerei ist durchgängig fein und zierlich ausgeführt,
Ueberladnng und Schwere der Farben, wie sie der Feinheit nnd Eleganz des Materials
widerstreben, sind vermieden, auch die Formen sind durchwegs edel gehalten, ohne das
Griechentbum zu zopiren; der willkürliche Zopf, die Barockvasen sind verschwunden.
Selbst in den silberplattirten Waaren, im Tbw- und Catfesgerith z. B., wo sonst
noch überall viel Plumpheit und Naturalismus zu Hause ist, erblickt man überall das Streben
nach edlen Contouren und Ornamenten. Dänemark wird gut thun, unter dem Eindnss
seiner Kunstschule auf diesem Wege zu bleiben und sich durch die Schwankungen der
Mode in der Kunstindustrie nicht irre machen zu lassen. (Wiener Ztg.)
Der lluneumsban im Wiener Gemeindemthe.
Anknüpfend BD das im letzten Heße dieser Zeitechriß mitgetheilbe Votum des Gemeinderatheu
in Angelegenheit des Neuhnues des Museums für Kunst und Industrie bringen
wir im Nachfolgenden den auf diese Frage bezüglichen Auszug aus dem Bitzungn-Protokolle
vom I4. Juni d. J. mit Hinweglaeeung einiger minder wesentlichen Stellen.
Die Disnnssion hierüber begann mit dem Vortrage des Referenten in der Section
Hir Stadterweiterung, Gemeindernthen Schiffner, und der Verlesung des Antrages den
Gemeindernthee Dr. Schrank.