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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 28)

September der allgemeine Katalog erschien, konnte er nur jenen verhältnissmässig

 Wenigen von Nutzen sein, die in den letzten Wochen die

Ausstellung besuchten. Da man also über Herkunft der Ohjecte, über

die oft äusserlich nicht sichtbaren Marken, Monogramme oder sonstigen

Bezeichnungen keinerlei Auskunft haben konnte, so musste man sich

bei vielen Dingen, bei denen dies von Wichtigkeit ist, wie nur um ein

Beispiel zu nennen bei Fayencen und Emaillen, gar häufig mit dem

blossen Ansehen genügen lassen. So sank dieses doch immerhin so reiche

Material, das gut verwaltet und arrangirt, ein in solcher Fülle und Anschauliehkeit

 nicht leicht wieder zu heschaEendes Mittel der Belehrung

und des Studiums für Viele gewesen wäre, zu einer blossen Augenweide

für die schaulustige Menge herab und stellte sich für den Anblick vielfach

 nur als systemlose Anhäufung von Antiquitäten dar, in der es eines

nahen Eingehens und mitunter grosser Abstraction bedurfte, um sich einen

leitenden Faden selbst zu bilden.

Durchgehen wir nun vorerst in einer, wenn auch flüchtigen, Umschau

 die Reihe der Säle, die die Histoire du Travail bilden, um so den

allgemeinen Eindruck der einzelnen Sectionen in wenigen Worten zu

schildern. Einzelnes werden wir später in etwas eingehenderer Weise

betrachten; von dem vielen Wichtigen auch nur alles Hervorragende zu

behandeln, würde weit über den Raum und Zweck dieser Blätter führen.

Beginnen wir unsere Wanderung bei dem Südwestende Europas

bei Spanien und Portugal, so haben wir uns bei ersterem Lande nicht

lange aufzuhalten. Mit einigen Autographen, einem mittelmäßigen Oelbilde,

 einem Paar emaillixter Steigbügel und "einigen uneingetheilten

Gegenständen" glaubte die Commission dieses Landes ihre Aufgabe gelöst

 zu haben und es erschien wie eine Parallele zu den sonstigen Verhältnissen

 des kleinen gleich daneben befindlichen Portugal, dass dieses

sich durch eine gute Auswahl und Anordnung charakteristischer Ohjecte

als besonders hemerkenswerth präsentirte. Goldschmiedarbeiten bildeten

hier den Schwerpunkt und mit Recht, denn an ihnen liessen sich die

Wandlungen und Merkmale portugiesischer Kunst- uud Styleigenthümlichkeiten

 im beschränkten Raume noch am ehesten darstellen; aber auch

Werke der Architektur, Thonbildnerei und Weberei waren vertreten, und

ergaben neben einigen Manuscripten und hochseltenen Druckwerken des

15. und 16. Jahrhunderts ein wohlabgerundetes Ganzes. Die Holzschnitte

der letztgenannten waren zugleich Proben der zeichnenden Kunst in Portugal

 in jener Zeit.

Die Reihenfolge, die wir, getreu den räumlichen Verhältnissen, einhalten

 wollen, zwingt uns jetzt einen unvermittelten Uebergang zu machen

von der beinahe schon südlich üppigen Kunst Portugals zu der Holzarchitektur

 Norwegens, - einer jener Contraste, an denen die Histoire

du travail reich genug wer. Norwegen, Schweden und Russland waren

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