glaube, durch nichts was anderwarts in ständigen Sammlungen unvertreten
wäre, sich auszeichneten. Selbst schon von den Zeiten der Merovinger,
mehr noch aber von Carl dem Grossen an wird die Masse des
zur Schau Gebrachten so gross, dass ich den Raum dieser Blätter weit
überschreiten würde, wollte ich hier auch nur des Allerbedeutendsteu
Erwähnung thun. Hier, so wie in den ganzen übrigen französischen
Histnire du travail musste man ädas Fehlen eines aufklärenden Katalogs
schmerzlich vermissen, die Namen der Besitzer, die auf zierlich geschriebenen
Zetteln den Objecten beigelegt waren, konnten dafir nicht entschädigen.
So mochte es leicht geschehen, vielleicht das Wichtigste
zu übersehen und nur hie und da erschien ein aus irgend einer Publication
bekanntes Stück wie ein guter Freund, den man beim Wiedererkennen
mit Freuden begrüsst.
In der Zeit bis etwa auf Carl den Grossen waren Metallgegenstände,
wie Waden, Schmuck und Münzen vorwiegend, bald aber erscheinen
schon Elfenbeinschnitzereien, mitunter herrliche Arbeiten, wie jenes purpurgefarbte
Kästchen aus dem Schatze von Troyes mit höchst lebendig
bewegten und schön gezeichneten Reliefs, der Tracht der Figuren nach
aus dem 8. und ein Fächer, dem Style der gemalten Darstellungen und
den Schnitzereien am verzierten Gride nach kaum später als aus dem
9. Jahrhundert, ein eminent seltenes Vorkommniss eines derartigen Gegenstandes
aus so früher Zeit. Vor Allem anziehend aber war die kleine
broncene Reiterstatue Karl des Grossen, die einst in der Kathedrale von '
Metz alljährlich an seinem Todestage zur Schau gestellt wurde.
Diese wenigen Beispiele führe ich nur an, um zu zeigen, wie Bedeutendes
hier zu sehen war, denn beinahe alle in diesem dritten Saale
aufgestellten Gegenstände waren ersten Ranges und dankbar für das Vorgefuhrte
mochte man nicht die Frage stellen, ob Alles das wirklich auf
französischem Boden Entstandenes ist? eine Frage, die die Arrangeure
der Histoire du travail wohl nur in den wenigsten Fällen mit Gewissheit
hejahend hätten beantworten können.
Hier begann auch die Reihe von Manuscripten, die in ununterbrochener
chronologischer Folge eine vollständige Geschichte der in Frankreich
das ganze Mittelalter hindurch mit Vorliebe gepßegten Miniaturmalerei
illustrirten. Mit wenigen Ausnahmen gehören sämmtliche oft ausserordentlich
kostbare Handschriften einer Sammlung, die als Besitz eines
Privatmaunr-s wohl heutzutage einzig in ihrer Art dasteht, der Bibliothek
des berühmten Pariser Verlegers Firmin Dido t.
Der vierte Saal war dem Mittelalter, vom Beginne des 12. Jahr.
hunderts bis zum Tode Ludwig XI. (1483) gewidmet. Mit dem Heranrücken
an uns näher liegende Zeiten wächst neben der immer grösser
werdenden Mannichfaltigkeit des Erhaltenen auch dessen immer häufigeren
Vorkommen, so dass die einzelnen Gegenstände oft in grosser Zahl von