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liche Räumlichkeiten des Museums in allen Geschossen durch die einzige Eingangsthiire
von der Ringstrasse aus betreten werden müssen, das Museum somit mit einer einzigen
Thüre verschlossen erscheint. Die übrigen Theile des Souterrains sind aus ökonomischen
Gründen und nachdem der griisste Theil nicht entsprechend beleuchtet werden
könnte, gar nicht ausgehoben in Antrag gebracht; hingegen ist unter allen Fussböden des
Erdgeschosses in den niehtausgehobenen Theilen ein ventilirbarer Luhraum geschaden und
dienen die minder tief fundirten Pfeiler unter denselben zugleich dazu, um ein solides Anflager
für die Canäle der Luftheizung zu gewinnen.
In dem Souterrain ist, u. z. an der Rückseite des Mitteltractes eine Dienerwohnung
aus zwei Piecen bestehend, proponirt und dürfte sich der gewählte Platz auch aus Rücksichten
für die Sicherheit sehr empfehlen.
Für die Beheizung war anfangs das System der Wasssrheizung särnmtlicher Localitäten
(ausser Wohnungen und Bureaux) beantragt; die Höhe der Kosten wird jedoch
die Aufgebung dieses Projectes herbeiführen und die Einrichtung von Luftheizungen entscheidend
in die Wagschale fallen.
Für besondere Ventilation wird nur in den Schullocalitäten und im grossen
Vorlesesaal Bedacht zu nehmen sein.
Bezüglich der Feuersicherhait ist in erster Reihe die isolirte Lage des Gebäudes
hervorzuheben, so dass ein, durch Nachbargebäude entstehender Brand in dem Museum
absolut unmöglich ist. Bei der g-rossen Ausdehnung des Gebäudes ist ferner eine feuersichere
Abscbliessung der einzelnen Tracte unbedingt nothwendig und es ist für eine vollkommene
Trennung in iiinf Partien, welche auch bis über das Dach hinaus durch Brandmauern
erfolgt, Vorsorge getroden.
Diesen Abtheilnngen gemliss sind auch die Wasserreservoirs auf den Dachböden
aufznsteilen und in allen Geschossen eine zweckmässige Vertheilung von Feuerwechselu
vorzunehmen.
Der Verschluss der Erdgeschossfenster mit eisernen Balken, sowie von sämmtlichen
Sälen mittelst eiserner Thüren macht insbesondere die gewölbten Säle vollkommen
feuersicber.
Die Canalisirung des Gebäudes, sowie die Wasserabzugcanüle ivereinigen sich
in einem unter dem linken Flügel geführten Hauptcanale, welcher auf die kurze Distanz
von wenigen Klaüern in den Gholeracanal geführt wird.
In constructiver Hinsicht ist nur wenig mehr beizufügen. Wie schon Eingangs
erwähnt, hat die möglichst hillige Constructionsweise auch bei der Grundanlage bestimmend
mitgewirkt. Auf einer verbauten Grundfläche von 987 Quadratklafter sind
694 Quadratklafter benützbare Bodeniiäche für Ausstellung gewonnen. Ueberdies ist in
demselben Geschosse ein Vestihule von . . . . .. 30 Quadratklaßaer,
eine Portzierswohnung von (ohne Treppe). 7 „ 7 Fuss, 4 Zoll,
2 Bureaux von . . . . . . . .. . I8 „ 4 '„ 5 „
Treppenaborte von. . .. 52 „
angeordnet, woraus sich ergibt, dass nur circa 180 Quadratklafter der verbauten Fläche
für Manerwerk, 810 Quadratklaher wirklich benützbare Fläche gewonnen werden, ein Verhältniss,
welches vollkommen zu Gunsten der oben angeführten ökonomischen Rücksichten
in die Wagschale fiillt und zu dem Ende wohl hervorgehoben zu werden verdient.
Wie die Anlage selbst, so ist auch die Constrnction durchgehend: höchst einfach,
natürlich und billig. Mit Ausnahme des Säulenhofes, des einzigen constrnctiv wichtigen
Bautheiles, ist die Herstellung der Wände und Decken in allen anderen Räumlichkeiten
durchwegs in die Kategorie der ganz Jgewühnlichen Constructionen zu zählen.
Alles Msnerwerk aus Ziegeln mit Ausschluss jeder Steinconstruction. Die Seitentracte der
Liingendügel im Erdgeschosse mit Tonnen eingewölbt; die grossen Mittelsiile dieser Flügel
haben doppelte Glasdecken für die Deckenbeleuchtung, beide aus Walzeisen hergestellt,
unter sich und mit dem übrigen Dachgespärre innig verbunden.
Auf eine Ausstattung des Inneren ist in dem Projecte nicht Rücksicht genommen.
Es dürfte jedoch mit Bezug auf den Zweck dieser Räume diese Ausstattung überhaupt
nur sehr einfach sein. da eine günstige Totalwirkung vorzüglich von dem Arrangement der
Ausstellungsobjecte abhängen wird, und bezüglich der Räumlichkeiten selbst der Schwerpunkt
in einer einfachen aber wirksamen architektonischen Gliederung in den Hauptverhältnissen
der Wände und der Lichtöifnungen und in zweckmässiger Beleuchtung zu legen
sein wird Ausser den Sälen, welche bestimmte Gruppen der Ansstellungsobjecte aufzunehmen
bestimmt sind, wird auch der grosse Hof, die Gallerie des ersten Btockes, sowie
das Treppenhaus durch figurale und architektonische Plastik als Ausstellungsobjecte ganz
wirkungsvoll belebt werden können und jede andere nur einigermassen pretentiöse Ausstattung
wäre zum Nachtheile der Ausstellungsgegenstiinde angewendet, könnte auch nur allzu
leicht stylistische Contiicte hervorrufen.