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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 29)

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bei den höchst beschränkten Räumlichkeiten des provisorischen Loeales

 eine Lebensü-sge für die Entwickelung dieses Institutes ist,

so nimmt sich das ergebenst gefertigte Curatorium die Freiheit,

Euer Excellenz zu bitten, sich geneigtest dafür zujverweuden, damit

diese Angelegenheit, welche gegenwärtig dem Vernehmen nach im

Schosse der Sectionen des Gemeinderatherherathen wird, schleunig

erledigt und unter Festhaltung des von Seite des Museums durch

die obige a. h. Entschliessung bereits erworbenen Eigenthumsrechtes

auf den bemerkten Bauplatz, die Bestimmung der Baulinie nach den

angedeuteten wohlbegründeten Wünschen des Curatoriums erfolgen

möge.

Genehmigen Euer Exeellenz etc.

Wien, am 31. Jänner 1868.

An Se. Exc. den Herrn Minister des Innern, Dr. C. Giskre.

Von dem weiteren Verlaufe dieser Angelegenheit wird die Direction

nicht versäumen, die Leser der „Mittheilungen" in Kenntniss zu erhalten.

Erläuterungen des Projectes fiir den Neubau des österreichischen Museums.

Unsere Leser sind durch den vornnstehenden Artikel über den Stand der Buufrnge

unseres Museums unterrichtet.

Es dürfte für dieselben nun auch von Interesse sein, mit Beziehung auf das von

Herrn Prof. Ferstel entworfene, früher im Museum selbst ausgestellte Project, die innere

Eintheilung der Räume genauer kennen zu lernen, zu welchem Zwecke wir hier einen

Auszug der Buuheschreibung des Architekten, mit einigen erläuternden Holzschnitten illustrirt,

 zum Abdruck bringen.

Fiir die Eintheilnng des Grnndplanes des Musenmsbaues waren in erster Linie die

Forderungen des im Schoosse des Cumtoriums vereinbarten Progrnmmes und die Form

des Bauplatzes mnssgehend.

Das Programm fordert, entsprechend den verschiedenartigen zur Aufstellung kernmenden

 Gegenständen Räumlichkeiten von verschiedener Grösse. insbesondere von ungleiclmrtiger

 Höhe, von welchen Wenigstens diejenigen, welche Kunst- und Werthschiitze

aufzunehmen bestimmt sind, vollkommen feuersicher ebzuschliessen sein müssen; alle diese

Lucnlitiilen aber im besten, möglichst gerlriingten Zusnmmenhsnge und von gleich vorzüglicher

 Beleuchtung. Ferner ist durch das Programm gefordert eine den verschiedenen

Zwecken entsprechende Grösse und günstige Lege der Arheitslocalitliten, die Beschaffung

von grossen Räumlichkeiten für die Bibliothek, ein Vorlesesuel auf 400 bis 500 Hörer,

eine zweclrmässige Vertheilung der Burennlocalitiiten, ein Sitzungssaal und einige Natural-Wohnungen.



Fiir die Zwecke der Kunstge werbeschule sind fünf getrennte Schulloealitäten

mit je einem zugehörigen Atelier fiir den jeder Schule zugetheilten Lehrer gefordert. Ueberdies

 wurde gefordert, dass die Schule inseferne von den übrigen Museumsloculitilten getrennt

 werden könne, dass dieselbe, ohne die letzteren zu betreten, in allen ihren Localitäten

 vom Vestibule directen Zugang erhalten sollen.

Der Bauplatz war für die Grundnnlege insoferne mnssgebend, als derselbe bezüglich

 der Längcnsnsdehnung durchaus keine Grenzen stellt, bezüglich der Tiefe hingegen,

u. z. nur an einer Stelle, eine Dimension von höchstens 25 Klnftern zur Beniitzung

frei stellt.

Als eine ganz wesentliche Bedingung hat der Architekt Professor Ferstel uusser den

aber; angeführten, durch Zweck und Bauplatz hervorgerufenen, aber auch die möglichst

- ökonomische Durchführung des Unternehmens annehmen müssen. Diese Rücksicht

 verdient deshalb hier schon hervorgehoben zu werden, weil sie auf die Grnndnnlage

ebenso bestimmend mitgewirkt hat, wie auf die weitere Entwicklung der Construction

und des architektonischen Details.
            
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