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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 31)

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Gebiete betrachtet werden mögen. Es sind Blumen, Laubwerk, Lüster,

Caminständer und sonstiges Camin- und anderes Geräth, Gitter, Schlösser

und Schlüssel u. s. w. Die englischen Arbeiten sind zumeist aus der

Fabrik von Hart and Son, die französischen von Baudrit. Manche

der englischen Arbeiten haben noch das Eigenthiimliche, dass sie mehrfarbig

 bemalt sind. Man hat an dieser Bemalung des Eisens aus Stylgeiiihl

 wohl Anstoss genommen, allein da das Eisen doch einmal der

Conservirung wegen einen Ueberzug erhält, so lässt sich der Schritt in's

Farbige wohl rechtfertigen.

Bei der Bedeutung, welche der Eisenguss heutzutage auch künstlerisch

 gewonnen hat, müssen wir auch eine Anzahl solcher Arbeiten im

Besitz des Museums erwähnen. Es sind dies zunächst eine Anzahl Leuchter,

 Schalen, Teller und andere kleinere Gegenstände mit reicher ornamentaler

 und {igürlicher Arbeit, Nachbildungen von Originalgegenständen

aus der Ilsenburger Fabrik. Der Eisenguss tritt hier vorzugsweise als

reproducirend auf und leistet hier bei der besonderen Geschicklichkeit

der genannten Fabrik gute Dienste. Sodann sind eine Anzahl gegossener

Schlüssel von mannigfacher eleganter Zeichnung zu nennen, französische

Arbeiten, die auf der letzten Pariser Ausstellung erworben wurden.

Diese Arbeiten, welche noch schöner in der Zeichnung sein könnten,

zeichnen sich durch verhaltnissmässige Billigkeit aus. Ihnen treten zwei

andere Gegenstände aus geschnittenen Stahl, ein Schlüssel und ein

Schlossbeschlag im Renaissancestyl und ebenfalls von französischer Arbeit,

 von Huhy in Paris, zur Seite, die an Schönheit der Zeichnung, an

Nettigkeit und Vollendung der Arbeit jene weitaus übertreffen, ja wahre

Ideale der kleinen Schlosserei sind. Freilich sind auch die Preise von

entsprechender Höhe.

Schliesslich könnten wir noch die indischen und russischen Eisenarbeiten

 mit eingeschlagenem Silber und Gold erwähnen, deren das Museum

 eine grössere Anzahl von älterer und neuerer Arbeit besitzt. Sie

gehören aber doch wohl mehr dem Kunstzweig der edlen Metalle, also

der Goldschmiedekunst an, als den Eisenarbeiten. Letzteres Material

bildet nur die Unterlage, die Kunst daran bezieht sich auf die Anwendung

 der edlen Metalle.

Rheinisch-Westfälisches Museum für Kennt-Industrie, verbunden mit einer

Kunstgewerbeschule.

Die Idee, welche der Gründung des South-Kensingbon-Museums zu Grunde gelegen,

ist eine fruchtbare geworden. Von der Ueberzeugung durchdrungen, dass technischen

Geschick und mechanische Vollkommenheit für viele Gebiete allein nicht hinreicht, das

Erzeugnis: concurrenzüihig zu machen, dass vielmehr auch der Furmen- und Farbensinn,

des Stylgeliihl, der Geschmack gepflegt werden müsse, hatten die Engländer dieses Mueenm

 in's Leben gerufen. Schon nach wenigen Jahren zeigten sich günstige Ergebnisse,

die selbst die vorsorgliche Eifersucht der Franzosen weckten, obschon diese damals noch

nicht sehr gegründet wer.
            
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