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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 32)

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Das Cruciiix aus Buchsholz von Gschiel zeigt den ltleister in der Holzschnitzerei.

Sind die körperlichen Formen des gekreuzigten Christus vielleicht etwas zu voll, so ist die

Durchführung des anatomischen Details, die allgemeine Haltung desto gelungener. Auch

das kleine Cruciäx von Brn. Gehauer, einem Schüler GsehiePs, ist sehr erwähnenswerth.

 Wenn auch die Conception noch nicht den schönen Fluss der Linien des GschiePschen

 Werkes zeigt, so ist in Autfassung und Behandlung ein entschiedenes Talent nicht

zu verkennen, das unter der bewährten Leitung noch recht Tüchtiges wird leisten können.

Das Relief desselben jungen Künstlers, „Gretchens Beichte" genannt, halten wir für verun

 liickt.

g Sehr originell sind die zwei Lcderstiihle von James Lzmb in Manchester, die

ihre englische Abkunft auf den ersten Blick erkennen lassen. Praktisch, bequem, elegant

sind die drei Haupteigenschaften derselben, Eigenschaften, die man vereint an unseren

Möbeln nicht immer anzutreffen ptlegt. Dem Wandschrank von Holland und Sohn in

London können wir keinen Geschmack abgewinnen.

Den diametralen Gegensatz zu demselben bildet der zierliche Schreibkasten in Boularheit

 von Guyot in Paris, bei welchem die schöne Farhenwirkung des schimmernden

Schildpattes mit hochrother Folie und der vergoldeten Bronze besonders anspricht.

In der XV. Gruppe, Geriithe aus Stein, finden sich drei Gegenstände zur Preisbewerbung

 vom Steinmetzrneister Hinterleitner. Der Waschtisch von Carrara-Marmor

ist schön gearbeitet, kann aber seiner Natur und seiner formellen Ausstattung nach eigentlich

 nicht in die Kategorie der Kunstindustrie-Producte gerechnet werden. Verunglückt

halten wir den Gedanken, einen Toilettespiegel aus Carrara - Marmor herzustellen, da. der

Charakter des Tragbaren, der doch einem Toilettespiegel zukommen soll, dadurch verloren

geht. Die zwei „Kränze aus Carrara-Marmor auf schwarzen Steinplatten", besonders der

aus Lorbeer- und Eichenbliittern, sind hübsch gearbeitet.

Von grösstem Interesse ist Gruppe XVlI mit den Eisenarbeiten. Die Eisengusswasren

 der griid. Stolherg'schen Eisengiesserei in Ilsenhurg zeigen die Technik des

Eisengusses auf der höchsten Stufe der Vollendung. Die Schüsseln (Nr. 153 und 154),

Imitationen von Bronzescbiisseln des 13. und 16. Jahrhunderts, haben eine Zartheit und

Feinheit des Reliefs, die man früher bei Eisenguss geradezu für unmöglich gehalten.

Von grosser Tragweite ist das Wiederauftreten von Schmiedeisen im Baufachc tiir

ornamentale Zwecke. Nachdem die Anwendung des Gusseisens bis zu den äussersten Conscquenzen

 verfolgt war, trat, wie es in diesen Dingenso häufig geschieht, eine Reaction

ein, die wieder zum alten schmieg- und biegsamen Schniiedeisen zuriickkehrte, und zwar

geht dieser neueste Umschwung von Frankreich und England aus. Die Console und das

Blumenornament von Baudrit in Paris haben einen Schwung der Zeichnung, wie die

besten derlei Arbeiten des 17. Jahrhunderts, während das geschmiedete Gitter von Hart

und Sohn in London ausser der schönen Oruamentirung eine bewundernswerthe Exactheit

der Schmiedarbeit aufweist. b

Möchten doch unsere Herren Schlossermeister - wir glauben nicht zu irren, wenn

wir sagen, dass es der Mehrheit nach noch nicht geschehen ist - um 10 kr. Eintrittsgeld

sich in die Ausstellung bemühen, und diese bewundernswiirdigen Arbeiten sich näher betrachten

 und studiren. Hier ist Gelegenheit geboten, absolut Vollkommene: zu sehen,

und nur durch Anschauung ganz gediegener Sachen kann man sich selbst dem Besseren

 nähern.

Wir betrachten das Capitel, geschmiedete Eisenarbeiten, fiir Graz um so wichtiger,

als unsere Stadt bereits einmal du Schlosserhandwerk in hoher Bliiths sah, nämlich im

17. Jahrhundert, als somit tiir diese Technik bereits alte nationale Traditionen vorhanden

sind. Man sehe nur die herrlichen Schlosserarheiten am Landhause, die Fensterg-itter,

Wasserspeier, Dachrinnentriiger, dann den schwungvollen Schlosserschild in der Schlossergasse

 und andere zahlreiche geschmiedete Aushängsehilder an und man muss staunen über

die Kunstfertigkeit der ehrsamen Grazer Schlosser damaliger Zeit. Diese Kunstfertigkeit

ist seit zwei Jahrhunderten begraben - soll sie nicht wieder auferstehen können?

Unter den Bronzen nehmen auch heuer wieder die Arbeiten Hollenbachs eine

hervorragende Stelle ein. Die Kirchenlampe aus Tomback im mittelalterlichen Style und

des Gasluster, oxydirt, im modernen Style gehalten, dann die zwei Garnituren Crucifixe

mit 6 Altarleuchtern von vergoldeter Bronze und von Tombsck sind alle von elegantester

Zeichnung und meisterhafter Ausführung. Besonders auliallend ist der billige Preis von

175 d. für die erwähnte Garnitur aus Tomback, welche sich aus diesem Grunde sehr zum

Ankaufe fiir irgend eine Kirche empfehlen wiirde.

Von der berühmten Firma Barbädienne in Paris sind drei Gegenstände vorhanden,

ein Christuskopf, ein heil. Johannes und Florentiner Sänger. Der Christuskopf mit der in
            
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