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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 34)

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vereinigten Sammlung in das Kunstausstellungs-Gebßude im ohern Stockwerk verfügbar

werden. Zum Professor und Diroctor der Schule wird der bisherige Lehrer und Vorstand

der akademischen Vorschule, Hermann Dyck, ernannt; zu ordentlichen Professoren:

a) fiir das Fach des Figurenzeichuens noch der Antike und dem lebenden Modell Historienmaler

 und Titularprefessor Michael Echter; b) für das Fach des Modellirens, Schnitzens

 und Formens in Gyps der bisherige Hilfslehrer Bildhauer Heinrich Otto, beide vom

l. Juni an; zu ordentlichen Professoren vom l. September an in provisorischer Eigenschaft:

 a) für das Fach des Ornsmenten- und Tbierzeichnens der Künstler August Spies;

b) für architektonische Styllehre und architektonisches Zeichnen der Architekt Emil Lange;

c) für das Fach des Treibens und Ciselirens in Metall, dann des Emaillirens, der Erzhildner

 Friedrich Miller. Das Fach der Fliichendecoration, Tnpeteu- und Decorationsmalerei

übernimmt der Historienmaler und Prof. Eugeu Neureuther, Ausserdem soll der Universitlits-Professor

 Dr. Reber Vorträge über Kunstgeschichte, der Professor Seeberger

en der Akademie der bildenden Künste Vorträge über Perspective und Schattenlebre halten.

 Mit Rücksicht auf die zur Zeit für die Schule bereits verfügbaren Räume können

von dem Lehrpereonal, ausser dem Vorstand Dyck, auch die Professoren Echter und

Otto sofort els ordentliche Fachlehrer in Function treten, und nach Verschmelzung der

Zeicbenschule des Vereins mit der Vorschule der Akademie den neu zu organisirenden

Unterricht übernehmen. Da die auf Staatskosten zu bewerkstelligende Einrichtung der

übrigen Räumlichkeiten voraussichtlich nicht vor zwei Monaten wird vollendet werden können,

 so beginnt die Ernennung des übrigen Lehrpersonals erst vom l. September au.

Mit dem l. October wird sodann die Kunstgewerbescbule den Unterricht für alle Clusssn

und Ahtheilungen erölfnen können. (A. A. Z)

Ueber die nothwendigen Hsssregeln zur Verbreitung und Hebung des

gewerblichen Zeiehenunterrichtes.

(Auszug uns einem Gutachten des Herrn Reg-Ruins Dltßßtür v. Eilelherger m die n. a. Hlndels- und

Gewerbeklmmer n. Wien.)

Löbliche Handelskammer!

Die verehrte Handelskammer hat an mich in einer Zuschrift vom 27. November

v. J. die Anforderung gerichtet, den Bericht des Herrn Prof. F. W. Exn er über die

Pariser Zeichenschulen für das Volk zu prüfen und meine Ansicht auszusprechen:

eh und auf welchem Wege Aehnliuhes auch in Wien mit Berücksichtigung

der hier zu Gebote stehenden beschränkten Mittel durchzuführen sein

dürfte.

Ich bin sehr gerne bereit, diesem Wunsche der Handelskammer nachzukommen,

muss aber im Voraus um Nachsicht ersuchen, da die Anforderung, welche die Handelskammer

 an mich stellt, keine geringe ist und die Sache selbst sich mit wenigen Worten

nicht abthun lässt. Es ist auch gar nicht möglich, diese Frage zu beantworten, ohne auf

eine Kritik des Bestehenden einzugehen und ohne auf die Vorbedingungen unfmerksam

 zu machen, von deren Erfüllung die Einführung derjenigen Institutionen, wie sie

in Paris sind, abhängt.

Die Fragen, die zu erörtern mir obliegt, berühren einen begränzten Kreis des

öffentlichen Unterrichtes. Es ist auf diesem bestimmten Gebiete wohl die Durchführung

einer Refonn möglich, aber diese Reform würde einen ganz anderen Charakter erhalten

und von ganz anderem Erfolge sein, wenn es möglich wäre, ihn mit anderen Unterrichtsreformen

 in Verbindung zu bringen.

Wer die gegenwärtige Unterrichtshewegung in Oesterreieh übersieht, der erblickt

eine Menge ven Anregungen, die von den verschiedensten Kreisen ausgehen und die vorzugsweise

 die Fragen der Gewerbe, Mittelschulen und des Zeichenunterrichtes berühren.

Wenn man diese Bewegung als ein Symptom betrachtet, durch welches das lehhsße Bediirfniss

 nach Reform censtatirt wird, sn kann man dasselbe nur ganz freudig begriissen;

aber es darf nicht verschwiegen werden, dass anderseits grosse Nachtheile daraus hervorgehen;

 dass sich eine Menge unberechtigter Körperschaften in die Frage des Unterrichtes

hineinmischen, Persönlichkeiten, die mehr guten Willen als Beruf haben, solche Fragen

in die Hand zu nehmen.

Herr Prof. F. W. Exner hat daher vollständig Recht gehabt, wenn er darauf aufmerksam

 macht, dass die Comrnission für Paris, welche den Zeichenunterricht

 überwacht, uns wenigen ganz hervorragenden Persönlichkeiten besteht,

 ausschliesslich aus Männern, welche als Künstler, Kunstgelehrte
            
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