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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 36)

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deren eine durchbrochen ist. Seine grossen Vasen in Paris waren fast Wunder solcher

Technik. Aber nicht minder waren auch alle seine kleineren Arbeiten Muster tadelloser

Vollendung, gerade umgekehrt, wie die lirmmaehenden Leistungen der kaiserlichen Fabrik

 zu Sevres durchweg Musterbeispiele einer unglaublichen technischen Nachlfissigkeit

 waren.

Von allen Zweigen der österreichischen Knnstindustrie war für den heutigen Stand

vielleicht keiner belehrender und charakteristischer vertreten, als die Glasindnstrie. Da.

ich aber in Würdigung ihrer Bedeutung ihr bereits einen eigenen Artikel gewidmet habe,

so gedenke ich, um unser Bild zu vollenden, nur dcs Resultats. Die Menge der Fabrikanten

 stand trotz aller technischen Meisterschaft vollständig auf dem alten und veralteten

 Standpunkt eines sehr gewöhnlichen, sehr niederen Geschmackes, nur eine Ausnahme

war gemacht (Lobmey r), diese nher gleich mit grossern Glück.

Solche gelungene Ausnahmen liefern uns den Beweis, dass ein frisches, vielversprechendes

 Leben erwacht ist; es kommt nnr darauf an, dass Erfolg und rechte Einsicht

die Uebrigen rasch genug zu gleichem Bestreben hinreisst. Wenn das geschieht, dürfte

der österreichischen Kunstindustrie eine bedeutende Zukunft bevorstehen. Denn hier sind

zwei Grundbedingnngen vorhanden , die sich nicht überall linden. Zuerst lebt in den

Bewohnern selbst 4 und ohne das wäre Alles umsonst - viel sinnliches Behagen und

Vergnügen an schönen Dingen, an schöner Existenz und dem Glanz der iinsseren Erscheinung

 und Umgebung, zum andern gibt es hier aber reichliches Talent gerade in decorstiver

 Richtung, ähnlich wie im Orient, was bei der Nähe und Verwandtschaft wohl erklärlich

 ist. Es ist aber nöthig, dass das Eine wie das Andere gebildet und geschult

werde. Hoden wir, dass die xmne Knnstgewerbeschule hierin das Bestreben des Museums

unterstütze und dem guten Willen der Industriellen bald die künstlerischen Kräfte liefere.

Kleinere Mittheilungen.

(Ernennung) Der Minister für Cultus und Unterricht hat den

Correspondenlen des k. k. Museums fiir Kunst und Industrie, Friedrich

Lippmann, zum dritten Custos an dieser Anstalt ernannt.

(Neu ausgestellte Gegenstände. Am 26. August: Zwei antike Vasen, Eigenthum

 des Herrn Ohorski; ein Porcellante ler aus Sevres mit der Karte von Frankreich,

aus der französischen Kaiserzeit, Eigenthum des Herrn Sedlmaier; chinesische und japanesische

 Porcellangegegenstiinde; eine chinesische Theiers; eine Uhr mit einem aus

Kupfer getriebenen Zifferblatt aus dem 17. Jahrhundert; eine Statuette, Bnxnnennymphe,

modellirt vom Bildhauer Herrn Zafouk.

Am 5. Septem her: Eine Bronze-Statuette KaulhaeHs, nach der Natur modellirt

vom Bildhauer Meixner, ciselirt von Kleinert; eine Porträtbüste, modellirt von Josef

Probst jun.; neue Venezianer Glasgegenstände aus der Fabrik von Bonliui und Arbih

in Venedig; ein gesticktes Taschentuch, Arbeit von Frl. Friederike Lackner in Graz;

ein Blumsnbouqust aus Semmelteig, gearbeitet vor: Frl. M. Fink. - Ausserdem wurden

die im Museum ausgestellten Handzeichnungen älterer Meister vermehrt durch neue Blätter

aus dem Besitze der Herren A. Posonyi und Gotthelf Meyer.

(Besuch des Museums.) Die Anstalt wurde im Monate August von 7846 Personen

 besucht.

(Geschenke an das Museum.) Von dem ksis. Raths Herrn Albert Camcsiua

sind dem Museum nachstehend verzeichnete Schriften und Kunsthlätber zum Geschenke

gemacht worden:

Brunner, S. Wiener-Neustadt. Mit Federzeiehnuugen von A. Camesina. Wien. 1842. 8.

Camesina. A. Glasgemiilde aus dem I2. Jahrh. im Kreuzgnnge des Cistercienser-Stiftes

Heiligenkreuz im Wiener Walde. Aus: Jahrb. der Centralcomm. III. Wien, 1859. 4.

- _ Die ältesten Glasgemilde des (Ihorherrenstiftes Klosterneuburg und die Bildnisse

der Babenberger in der (Yistercieuser-Abtei Heiligenkreuz. Ans: Jahrbuch der Centralcommission

 II. Wien, 1857. 4.

- - Feierlicher Einzug des Königs Mathias in die Stadt Wien im J. 1608, beschrieben

von Holzmüller, mitgetheilt durch A. Camesina. Sepnratabdruck aus dem 9. Bande

der Berichte des Alterthumvereins zu Wien. Wien, 1856. 4.

lleider, Gust. Emails aus dem Schutze des St. Stephansdcmes in Wien, nebst einer

Uehersicht der Entwicklung des Emails iln Mittelalter. Illustrirt von A. Camesinas.

Aus: Mittheihxngen der Centralromxuissioir III. Wien, 1839. 4.

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